Sommerfest zum Einzug ins umgebaute Haus

Umbau Haus 04 LWL
Umbau Haus 04 LWL
Foto: WP
2,5 Millionen Euro hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe in das Haus 04 des LWL-Wohnverbunds in Warstein investiert, um es speziell an die Bedürfnisse psychisch erkrankter Menschen anzupassen. Im Rahmen eines Sommerfestes wurde das Gebäude nun eingeweiht.

Warstein..  Ein denkmalgeschütztes Gebäude so herzurichten, dass eine hohe Wohnqualität geschaffen wird, ohne die Wirtschaftlichkeit dabei aus den Augen zu verlieren: Dieses Kunststück ist dem LWL-Wohnverbund Warstein mit dem Umbau des Hauses 04 gelungen. 24 Bewohnerinnen und Bewohner haben dort nach gut zweieinhalbjähriger Bauzeit ihre Zimmer bezogen. Den Einzug feierte die Einrichtung des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) am Sonntag mit einem großen Sommerfest.

Das Haus 04 wurde für etwa 2,5 Millionen Euro speziell den Bedürfnissen psychisch erkrankter Menschen angepasst. „Unser Ziel ist es, die stationäre Eingliederungshilfe am Standort Warstein bedarfsgerecht und zukunftsorientiert zu gestalten“, so Doris Gerntke-Ehrenstein, die Leiterin der Einrichtung. „Das Betreuungs- und Raumkonzept richtet sich daher am individuellen Hilfebedarf der Bewohnerinnen und Bewohner aus und unterstreicht somit unser entwicklungsorientiertes Betreuungsverständnis. Wir schaffen Orte zum Leben, die ausreichend Rückzugmöglichkeiten bieten, aber auch Möglichkeiten zur Begegnung eröffnen“, verwies Gerntke-Ehrenstein auch auf einen Bereich des Gartens, der nun, da Hecken und Zäune beseitigt wurden, gemeinsam mit dem benachbarten Haus 05 genutzt werden kann. Seitens des Bewohnerbeirats, der den Umbau mit begleitet hat, hieß Jürgen Eilhard die Gäste willkommen.

Geführte Rundgänge

Bei geführten Rundgängen konnten die Besucher des Sommerfests einen Eindruck von den Räumlichkeiten gewinnen. Musikalisch gestaltet wurde die Feier von Christina Herbst und Marco Hesse, beides Mitarbeiter des LWL-Wohnverbunds Warstein. Außerdem startete Kunsttherapeutin Barbara Sauerwald das Projekt „Zusammen(Zu)kunft“: Bewohner, Mitarbeiter und Gäste wurden eingeladen, ihren Handabdruck in einer Tonplatte zu hinterlassen. Aus diesen Platten könne dann, so Sauerwald, im Außenbereich zwischen den Häusern 04 und 05 zum Beispiel eine Skulptur gestaltet werden.

Mit der Inbetriebnahme des Hauses 04 ist der LWL-Wohnverbund Warstein der Umsetzung seines Gebäudenutzungskonzepts einen großen Schritt näher gekommen. Nach dem 2010 wieder eröffneten Haus 03 wurde nun das zweite Gebäude mit 24 Plätzen dauerhaft für stationäre Wohnangebote hergerichtet. Durch die umfangreichen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen werden nicht nur die Anforderungen an die Wohnqualität entsprechend dem Wohn- und Teilhabegesetz (WTG) mehr als erfüllt. Auch den fachlichen, wirtschaftlichen und den Denkmalschutz betreffenden Vorgaben wurde Rechung getragen. Das Konzept sieht als drittes Gebäude, das zukünftig als eigenständige, in sich abgeschlossene Wohneinheit auf dem Kerngelände des LWL in Warstein genutzt werden soll, das Haus 07 vor. Die dafür erforderlichen Planungen haben bereits begonnen.

Differenziertes Hilfesystem

Der LWL-Wohnverbund Warstein hält für Menschen mit einer geistigen Behinderung, einer seelischen Erkrankung oder einer Abhängigkeitserkrankung ein differenziertes abgestuftes Hilfesystem vor, das stationäre, teilstationäre und ambulante Unterstützungsangebote umfasst.

Bis zum Jahr 2018 ist in den Wohnverbünden des LWL gemäß der Maxime „Ambulant vor stationär“ der Abbau stationärer Wohnplätze zugunsten ambulanter Wohnformen vorgesehen. Dazu zählen das Ambulant betreute Wohnen und das Betreute Wohnen in Familien (Familienpflege). Entsprechend wurde Ende Mai an der Alten Kreisstraße in Warstein mit dem Bau eines Appartementhauses begonnen, das künftig bis zu elf Klienten in komfortablen Ein-Zimmer-Wohnungen ein hohes Maß an Selbstbestimmung im Sinne des Inklusionsgedankens ermöglichen soll.

 
 

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