Soest stolz auf „NRW-Wanderbahnhof des Jahres“

Soest.  Der Bahnhof Soest trägt nun offiziell den Titel „NRW-Wanderbahnhof des Jahres 2015“. Die Verkehrsstation setzte sich im Wettbewerb der Gemeinschaftskampagne „Busse & Bahnen NRW“ durch. Michael von der Mühlen, Staatssekretär im NRW-Verkehrsministerium, überreichte am vergangenen Sonntag die begehrte Plakette an die Soester Bürgermeisterin Christiane Mackensen. Im Anschluss ging es mit dem Paten der Aktion, Wanderautor Manuel Andrack, auf eine 13 Kilometer lange Tour Richtung Möhnesee.

Mehr als 100 Bahnhöfe zur Wahl

Längst vergessen sind die Zeiten, da der Bahnhof Soest noch Baustelle war. Nach einer umfangreichen Modernisierung in den Jahren 2008 bis 2010 präsentiert sich die Verkehrsstation mit ihrem historischen Empfangsgebäude schon seit fünf Jahren als schmuckes Eingangsportal in die alte Hansestadt. Jetzt wurde dem Bahnhof Soest das Lob zuteil, das im gebührt.

Als Vertreter des NRW-Verkehrsministeriums lobte Staatssekretär Michael von der Mühlen die frisch prämierte Verkehrsstation als Vorbild für viele andere Städte und Gemeinden. Gemeinsam mit Bürgermeisterin Mackensen und Thomas Lennertz, Geschäftsführer der BahnFlächenEntwicklungsGesellschaft NRW (BEG), einer gemeinsamen Tochter des Landes NRW und der DB AG, brachte er die Gewinner-Plakette an der Bahnhofsfassade an.

Zum sechsten Mal lobte die Gemeinschaftskampagne „Busse & Bahnen NRW“ den Titel „Wanderbahnhof des Jahres“ aus. Im Frühjahr 2015 konnten Bus- und Bahnkunden, Wanderfreunde sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger ihre Vorschläge im Mobilitätsportal NRW unter www.busse-und-bahnen.nrw.de sowie auf dem Postweg einreichen. Mehr als 100 verschiedene Bahnhöfe wurden von den Teilnehmern genannt.

Komplette Barrierefreiheit

Knapp fünf Jahre nach seiner umfangreichen Modernisierung stach der Bahnhof Soest aus den vielen interessanten Nominierungen besonders heraus. Die Jury überzeugte nicht zuletzt die Idee des Bahnhofs als barrierefreie Mobilitäts- und Servicestation, die Ausflüge in die Hansestadt und die Region auch für Menschen mit Behinderungen einfach macht. Direkte Umsteigemöglichkeiten auf regionale Buslinien, die Vernetzung mit dem Radverkehr via Radstation und die direkte Anbindung an das Wanderwegenetz des Sauerländischen Gebirgsvereins machen den Bahnhof Soest zu einem idealen Ausgangspunkt für Rad- und Wandertouren ins Sauerland. Eine elektronische Freizeitkarte in der Bahnhofshalle zeigt die Einstiege in die Touren und die interessanten Ausflugsziele in der Umgebung auf.

Punkten konnte auch der Service vor Ort. Bereits ab 5 Uhr empfängt die Bäckerei im Erdgeschoss die ersten Bahnreisenden, auch an Sonn- und Feiertagen ist sie bis 19 Uhr geöffnet. Ein zentraler Anlaufpunkt ist auch die Bahnhofsbuchhandlung mit ebenso langen Öffnungszeiten. Im DB Reisezentrum gibt es zudem Informationen zu Fahrplänen und Tickets. Auch Toiletten oder Möglichkeiten zur Gepäckaufbewahrung gehören zum Service, den Wanderer schätzen. Darüber hinaus überzeugen innovative Details, die im Zuge der Modernisierung realisiert wurden. So ist auch das vollsanierte Bahnhofsgebäude durchgehend barrierefrei und erzeugt zudem regenerative Energie über eine Photovoltaik- und eine Geothermie-Anlage. Die Auszeichnung zum „NRW-Wanderbahnhof des Jahres 2015“ ist somit eine weitere Bestätigung der Initiative, die die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung der Stadt Soest und die BahnFlächenEntwicklungsGesellschaft NRW (BEG) zur Sanierung der Verkehrsstation ergriffen hatte.

Tour über den Alten Soestweg

Im Anschluss an die Preisverleihung war Manuel Andrack als kompetenter Wanderführer gefragt: Zusammen mit Vertretern der Stadt, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft und Teilnehmern des Wettbewerbs zur Wanderbahnhofs-Wahl brach er zu der knapp 13 Kilometer langen Wanderung Richtung Möhnesee auf. Die Tour über den Alten Soestweg bot – rückwärtsgewandt – immer wieder phantastische Ausblicke auf die Turmsilhouette der alten Hansestadt und über weite Teile der westfälischen Bucht. Auf dem Weg lag auch das steinzeitliche Galeriegrab „Steinkiste“. Und zum Abschluss begeisterte die üppige Natur, die das ehemalige Militär-Gelände zwischen Hiddingsen und Büecke zurück erobert hat. Nach der eindrucksvollen Strecke waren sich alle einig: Soest und Umgebung sind zum Wandern ideal.

 
 

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