So kann Altenrüthens Netz rasen

Manfred Böckmann
Michael Schnier, Geschäftsführer der Firma Wisstel, stellt die Empfangstechnik für schnelles Internet vor. Rechts: Rüthens Wirtschaftsförderer Dr. Tobias Fehlbier.
Michael Schnier, Geschäftsführer der Firma Wisstel, stellt die Empfangstechnik für schnelles Internet vor. Rechts: Rüthens Wirtschaftsförderer Dr. Tobias Fehlbier.
Foto: WP
Wirklich schnelles Internet ist für die Altenrüthener bislang ein Traum. Der könnte sich aber erfüllen, wenn das Angebot einer Lippstädter Firma umgesetzt würde. Die möchte nämlich Altenrüthen mit Richtfunk ans schnelle Netz anbinden. Über zwei Verteiler ginge es dann in die einzelnen Häuser.

Altenrüthen.  Die Seniorenrunde winkte gleich ab: „Das mit dem schnelle Internet? Das brauchen wir nicht mehr.“ – „Falscher Ansatz“, kontert Michael Schnier, Geschäftsführer der Lippstädter Firma Wisstel: Spätestens wenn das Haus mal einen neuen Eigentümer bekommen soll, ist langsames Internet ein Verkaufshindernis.

Doch was ist schnell? Was vor einigen Jahren noch „rasend schnell“ war, ist heute schlicht „lahme Ente“, denn die Internetseiten werden immer voluminöser, werden durch Grafiken angereichert. Ganz zu schweigen von den Multimedia-Angeboten von Youtube bis zur ZDF-Mediathek. Und natürlich soll über die Leitung auch noch telefoniert werden...

Eine 16-Mbit-Leitung ist da schon Standard – aber es gibt längst ein vielfaches davon. Nur eben nicht in Altenrüthen. Da ist in der Regel bei 12 Mbit Schluss. Wenn überhaupt.

Im Nachbarort Drewer konnte man noch Fördertöpfe anzapfen, um über die Kupferleitungen der Telekom ans schnelle Netz zu kommen, „hier nicht“, so Schnier, der selbst einmal bei dem Ex-Monopolisten gearbeitet hat.

Er präsentierte als Alternative ein funkbasiertes Internet. Das funktioniert wie folgt: Per Richtfunk wird Altenrüthen an zwei Punkten (im Ort und im Gewerbegebiet Lindental) angesteuert, von dort wird die Verbindung, ebenfalls per Funk über 120-Grad-Antennen, an die einzelnen Häuser weitergeleitet. „Dabei wird keine hochdosierte Strahlung eingesetzt“, beteuert der Experte, der versichert, dass es auch bei Nebel und Starkregen höchstens zu einer Leistungseinbuße von 10 Prozent kommt. Die Empfangsantenne außer Haus wird mit den üblichen Router verbunden – das kann auch etwa die vorhandene Fritzbox sein oder ein spezieller „air-Router“. Die vorhandene Technik im Haus kann also bleiben.

100 Mbit sind so möglich, gespannt wartet man auf die 300 Mbit-Technik im 4. Quartal. Für Privathaushalte interessant sein dürften aber vor allem 16 Mbit und 32 Mbit-Angebote sein, die nach Wunsch mit einer Telefonflat ins Festnetz verbunden werden können.

Firmen sind interessiert

Firmenpakete können auch individuell geschnürt werden. Im Gewerbegebiet Lindental stieß das Angebot bereits auf größeres Interesse. Im Ort war das Interesse an einer Infoveranstaltung, an der auch Wirtschaftsförderer Dr. Tobias Fehlbier teilnahm, noch verhalten. Eine Liste, in die sich Interessenten unverbindlich eintragen können, liegt in der „Braustube“ aus.