Saunagänge werden bald teurer

Wenn Bürgermeister Manfred Gödde künftig in der Allwettersauna etwas für seine Gesundheit tut, wird er wohl bald aufgrund des höheren Steuersatzes in Warstein mehr zahlen müssen.
Wenn Bürgermeister Manfred Gödde künftig in der Allwettersauna etwas für seine Gesundheit tut, wird er wohl bald aufgrund des höheren Steuersatzes in Warstein mehr zahlen müssen.
Foto: WP
Weil die Mehrwertsteuer auf Sauna-Besuche zum Juli steigt, wird man auch in der Allwettersauna Warstein künftig mehr zahlen müssen.

Warstein..  Sauna-Fans wissen: Das Schwitzen und plötzliche Abkühlen macht nicht nur Spaß, sondern ist vor allem gesund. Saunagänge liegen im Trend. Und sie werden teurer. Das liegt allerdings nicht an der zunehmenden Beliebtheit, sondern ist schlicht die Folge einer Gerichtsentscheidung, die schon zehn Jahre alt ist.

Der Bundesfinanzhof hatte nämlich bereits 2005 geurteilt, dass Saunaleistungen „kein verordnungsfähiges Heilmittel im Sinne der Heilmittel-Richtlinie in Verbindung mit dem Heilmittelkatalog“ darstellen. Denn als „Heilmittel“ wurde und wird nur der ermäßige Mehrwertsteuer-Satz in Höhe von 7 Prozent fällig. Das Bundesfinanzministerium hat das Urteil nun umgesetzt. Mit der Folge, dass ab dem 1. Juli 2015 für Sauna-Gänge die volle Mehrwertsteuer von 19 Prozent fällig werden.

„Wir werden anpassen“, betont Kämmerer Florian Beutler auf Anfrage der WESTFALENPOST, „zu gegebener Zeit“. Aus diesem Grund steht das Thema auch nicht auf der Tagesordnung der Sitzung des Betriebsausschusses (Beginn um 18 Uhr im Sitzungssaal der Stadtwerke). „Das letzte Wort ist noch nicht gefallen“.

9000 Euro Unterschied

Allerdings würden die Saunagäste bereits jetzt in der Sauna darauf hin gewiesen, dass sich die Preise durch die Mehrwertsteuer-Anpassung wohl erhöhen werden. Kein Wunder: Ab nächsten Monat steigt die Belastung durch die abzuführende Steuer deutlich – um mehr als einen Euro pro Ticket. Derzeit ist die günstigste Karte für Erwachsene (vier Stunden in der Woche) für 11 Euro zu haben. Darin sind bislang 72 Cent Mehrwertsteuer enthalten. Durch die Neuregelung mit dem vollem Mehrwertsteuersatz werden es plötzlich 1,04 Euro mehr (auf 1,76 Euro). Wer sich eine Tageskarte am Wochenende oder Feiertag gönnt, zahlt aktuell 13,50 Euro. 88 Cent landen davon bislang beim Finanzminister. Künftig werden es 2,16 Euro sein – 1,27 Euro mehr. Bei geschätzten 7500 Sauna-Gängern sind das immerhin rund 9000 Euro, die ohne Anpassung jährlich in der eh schon defizitären Einrichtung zusätzlich fehlen werden.

„Das sind 12 Prozent mehr Steuern, das können wir allein nicht tragen“, ist auch der Leiter des Allwetterbades, Patrick Pauschert, überzeugt. Derzeit sei die Allwettersauna (noch) ein Zuschussgeschäft, „und das würde dann noch viel höher werden“. Ziel war, ist und bleibt, eine „schwarze Null“ zu schreiben.

Eine der günstigsten Anbieter

Derzeit, weiß der Betriebsleiter, gehört die Warsteiner Allwettersauna zu den günstigsten Anbietern im Umfeld. Das sollte auch möglichst so bleiben, auch wenn die Preise steigen. Denn, so Pauschert, „die anderen Bäder werden die Steuererhöhung auch nicht einfach tragen können. Die werden auch den einen oder anderen Euro draufhauen.“ Erste bekannt gewordene Preiserhöhungen liegen häufig bei zwei Euro. Das Aquafun in Soest ändert die Preisstruktur, verlangt aber am Wochenende für die Erwachsenen-Tageskarte künftig mit 22 Euro sogar 5 mehr (drei Stunden: 16 statt 12 Euro). Das AquaOlsberg (16,50 auf 18,30 Euro) gibt die Steuererhöhung weiter, ebenso verfährt das „Nass“ in Arnsberg.

Auch Atmosphäre zählt

Wann in der Warsteiner Allwettersauna die Preise angepasst werden – und in welcher Höhe – ist noch nicht entschieden. Kämmerer Florian Beutler glaubt, dass die Besucher durchaus preissensibel seien: „Der Preis spielt eine Rolle. Aber auch die Atmosphäre macht eine Menge aus.“

Was den Sauna-Besuchern wichtiger ist, darüber wird noch beraten. Auf die Hinweise in der Sauna, dass die Preise steuerbedingt angepasst werden müssen, habe es bislang „sehr wenig Rückmeldungen“ gegeben, berichtet Pauschert, „und mit denen man spricht, die sehen die Notwendigkeit einer Erhöhung ein.“

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