Samstag kein typischer Umtauschtag

Auch nach Weihnachten kommen die Kunden in die Geschäfte.
Auch nach Weihnachten kommen die Kunden in die Geschäfte.
Foto: Elisa Sobkowiak
Nach dem Einkaufsstrass in der Adventszeit kommt – die Umtauschzeit nach Weihnachten. Oder doch nicht? Wir haben in Warsteins Geschäften einmal nachgefragt.

Warstein..  Gleichzeitig mit dem Ende der Weihnachtstage setzt das Schneegestöber in Warstein ein – und trotz der Kälte strömten bereits am ersten Verkaufstag danach, der noch dazu ein Samstag war, zahlreiche Einkäufer in die Geschäfte. Das alles, weil die Lebensmittelvorräte über die Feiertage aufgebraucht wurden oder um bereits erste Geschenkgutscheine für aufgekommene Wünsche einzulösen?

Das galt es am Samstag herauszufinden. Erster Anlauf: Spielwaren Puppe. Ein beliebter Ort für Kinder und Erwachsene gleichermaßen, hier fangen Kinderaugen an zu leuchten. Gerade vor Weihnachten seien wieder viele Gutscheine über die Ladentheke gegangen, erzählte Inhaberin Silvia Puppe. Zwar nicht unbedingt in der Anzahl sei dies im Vergleich zu anderen Jahreszeiten auffällig gewesen, doch in ihrem Einkaufswert waren sie höher.

Noch nicht viel eingelöst

Wie sieht es nun an dem Samstag Morgen direkt nach den Weihnachtstagen aus? Können die Kinder noch abwarten oder lösen sie gleich Gutscheine und Bargeld vor Ort ein? „Dieser Samstag gilt doch meist noch als Erholungstag“, erklärte Puppe, dass während der ersten Verkaufsstunden noch nicht viel eingelöst wurde. In der Regel kommen die Kinder aber bis Silvester, um sich ihre Wünsche, die ihnen unter dem Tannenbaum versprochen wurden, zu erfüllen.

Einiges umgetauscht wurde aber schon, jedoch nicht mehr so viel wie es früher einmal war: „Die Wünsche werden heutzutage häufiger mit den Kindern abgesprochen, da gibt es seltener Geschenke, die so gar kein Gefallen finden.“

Das sieht auch Bernhard Dust vom gleichnamigen Buchgeschäft ähnlich. Es wurde weniger umgetauscht, ebenso wie bei ihm auch zu Weihnachten nicht mehr Gutscheine als sonst angefordert wurden. Hauptgrund dafür seien jedoch der Warsteiner Bildband und Dusts eigener Krimi, geschrieben anlässlich der Warsteiner Lesenacht, die in diesem Jahr statt Gutschein oft als Weihnachtsgeschenk dienten. „Es ist aber auch einfach noch zu früh, am ersten Verkaufstag nach den Feiertagen ein Fazit für das Weihnachtsgeschäft zu ziehen. Heute wird jedoch kein aussagekräftiger Tag werden“, ist sich Dust sicher. Der Samstag sei „gebraucht“, eben ein Erholungstag, wie auch Silvia Puppe schon wusste.

Aufmerksamer geworden

Natürlich seien die Einkaufsaktivitäten vor Weihnachten verstärkt, der Verkauf an Gutscheinen jedoch wie in sonstigen Teilen des Jahres durchschnittlich – so auch bei Glas und Porzellan Schmitt-Nüse. „Insgesamt kaufen die, die kaufen, gezielter. Die Schenker sind aufmerksamer geworden, es versucht niemand kurz vor Weihnachten karierte Sommerblumen zu kaufen – es wird sich rechtzeitiger gekümmert und demnach weniger umgetauscht“, so Christoph Schmitt-Nüse. Häufig kommen an Verkaufstagen wie diesen die Familien jedoch zusammen, um sich für die Gutscheine etwas auszusuchen, groß wegfahren wolle schließlich sowieso kaum jemand an diesem angebrochenen Tag.

Männer greifen oftmals daneben

Ein klein wenig anders läuft dies in der Modebranche: Im Modegeschäft Moa wird jemanden, der so gar keine Idee hat, lieber direkt zu einem Geschenkgutschein geraten, vor allem wenn es sich um Kleidungsstücke für das andere Geschlecht handelt – hier würden vor allem die Männer oft daneben greifen, so dass bei solchen Geschenken häufiger umgetauscht würde.

Der Tag nach den Weihnachtsfeiertagen war also in diesem Jahr (und den Erfahrungen der Geschäftsleute zufolge auch in den anderen Jahren nicht) kein obligatorischer Tag, um Gutscheine und Bargeld direkt einzulösen.

Von einem „Erholungstag“ hörte man oft an diesem Verkaufstag; anstatt zu kaufen, bummeln die Leute lieber durch die Stadt und verschaffen sich gemütlich einen Überblick, bevor sie in den nächsten beiden Wochen zuschlagen. Aufmerksamere Schenker – weniger Umtausche.

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