Retrospektive aus 50 Jahren Kunst

Warstein.  „Jeder kann Kunst“, lautet ein Leitsatz, den Ralf Grimm immer wieder an die Patientinnen und Patienten der LWL-Tagesklinik Warstein weitergibt. Die Inspiration zu einer Vielfalt künstlerischer Gestaltungsmöglichkeiten gibt ihnen der Ergotherapeut derzeit mit seinen eigenen Werken, die in den kommenden drei Monaten in den Räumen der Tagesklinik im Haus 11 auf dem Gelände des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) zu sehen sein werden.

Die Jubiläumsausstellung „The Art of R. Grimm – Retrospektive 50/25“ offenbart einen schier unerschöpflichen Ideenreichtum, der sich in verschiedensten Materialien und Techniken manifestiert. Gleichzeitig wird die Entwicklung der künstlerischer Handschrift Grimms von 1989 bis in die Gegenwart deutlich.

Ausstellungen seit 2001

Dr. Martin Gunga, Ärztlicher Leiter der LWL-Tagesklinik Warstein, würdigte bei der Vernissage auch das Verdienst Ralf Grimms, dem es – vor allem Dank der tatkräftigen Mithilfe von Sozialarbeiterin Annegret Kleinow und Stationsleiter Karl Unrein– gelungen ist, im 14. Jahr die 50. Ausstellung zu organisieren.

Seit 2001 bereits zeigen im vierteljährlichen Wechsel verschiedenste Künstler aus der Region eine Auswahl ihrer Werke. „Am Anfang kamen zur Eröffnung sieben Motorrad-Kumpel des Künstlers. Nun bin ich oft erstaunt, dass so viele Menschen mit dabei sind“, sagte Grimm rückblickend.

Seinen Dank richtete er auch an die Betriebsleitung der LWL-Klinik, bei der Vernissage vertreten durch den Ärztlichen Direktor Dr. Josef Leßmann und Petra Spiekermann für die Pflegedirektion, die durch ihre Unterstützung stets zum Gelingen der Veranstaltungsreihe „Kunst in der Klinik“ beigetragen hat.

Schon mehrfach hatte Grimm Ausstellungen an seiner Arbeitsstätte selbst gestaltet. Doch nun überrascht der Ergotherapeut mit einer vielfältigen Retrospektive aus über 25 Jahren seines Schaffens: Von den abstrakten, expressiven Anfängen hin zu einem sehr experimentellen Mix, in dem sich farbenfrohe Illustrationen mit Pop-Art, fantasievollen Objekten und Collagen sowie Fotokunst vereinen.Dabei entfalten sich blühende Fantasiewelten, in denen Außerirdische ebenso beheimatet sind wie legendäre Musiker und Schauspieler (unter anderem Marlon Brando, Lou Reed, Lemmy Kilmister). Da entsteht aus Eisstielen der „Holzstäbchenmann“, ein Sektkorkenverschluss wird zum filigranen Stuhl, und der „Zebralockenfisch“ zieht scheinbar schwerelos durch eine Kathedrale.