Professor Ortloff schließt Steinabbruch-Mediation in Warstein ab

Ortloff präsentiert Mediationsbericht
Ortloff präsentiert Mediationsbericht
Foto: WP
Wer zusammen etwas erreichen will, der muss miteinander reden: Was auf der großen Politikbühne SPD, CDU und CSU seit einigen Wochen versuchen, gilt im selben Maße auch für die lokale Politik in Warstein. Diese politische Parallele zog Professor Karsten-Michael Ortloff, als er Bürgermeister Manfred Gödde den Schlussbericht seiner Mediation in der Steinabbruch-Debatte überreichte.

Warstein.. „Ich gehe mit einem positiven Gefühl aus dieser Mediation heraus“, zog Ortloff Bilanz, „ es war ein anstrengendes Dreivierteljahr, aber wir haben ein Ergebnis erzielt, mit dem die Stadt Warstein jetzt weiterarbeiten kann.“ Anfang des Jahres hatte der Berliner Mediator die schwierige Aufgabe angetreten, sämtliche Konfliktparteien in der Diskussion um Trinkwasserschutz, Kalksteinabbau und Umgehungsstraße dazu zu bewegen, gemeinsam an einem Tisch zu sitzen und nach Lösungen zu suchen. Dass am Ende des Prozesses mit seinen komplexen Sachverhalten kein Lösungspapier stehen würde, was alle Beteiligten unterschreiben könnten, sei ihm dabei von Anfang an klar gewesen. „Dennoch haben wir jetzt einen mehrheitlichen Konsens darüber erreicht, was nun angegangen werden muss“, so Ortloff.

Zusammenfassen lässt sich das Ergebnis der Mediation in drei Punkten: Anfänglich gravierende Meinungsverschiedenheiten zwischen der Warsteiner Stadtverwaltung und der Warsteiner Politik im bezug auf die Steinabbruch-Debatte wurden durch eine Zwischenmediation gelöst und führten zu einem Ratsbeschluss, nach dessen Wortlaut Warstein in der Steinabbruch-Diskussion nun „mit einer Stimme“ spricht. „Das war sehr wichtig, dass wir diese Zwischenmediation eingeschoben haben. Wir brauchten einen Konsens darüber, was Stadt und Politik wollen, bevor wir in die Plenarsitzungen gingen“, erklärte Ortloff. Als zweites Ergebnis der mediation Ortloffs steht der mehrheitliche Konsens aller Beteiligten darüber, dass die Planung und Realisierung der B55n unterstützt wird.

„Diese Unterstützung besteht insbesondere darin, dass die planfestgestellte Trasse akzeptiert und dass alles Erforderliche unternommen wird, damit die Trasse einschließlich des erforderlichen Sicherheitsabstandes spätestens bei Baubeginn frei sein wird“, so Ortloff. Eine Zusammenführung aller besprochenen Themen bildet das Endergbnis der Mediation, das zugleich dringender Auftrag an alle Akteure ist: Die Stadt soll nun mit der Steinindustrie (namentlich den Firmen Westkalk, Calcis und Cemlapis) einen städtebaulichen Vertrag über Grundwasserschutz und Steinabbau aushandeln.

Vertrag zügig aushandeln

Insbesondere sollen in diesem Vertrag die bisher kontrovers diskutierten Themen wie beispielsweise die grundsätzliche Klärung der Konflikte zwischen Grundwasserschutz und Steinabbau, die Frage der rekultivierung, der verbesserte SChutz vor Sprengschäden und die Erweiterung des Abbaus in die Tiefe Niederschlag finden. Ortloff ist optimistisch, dass dies gelingen wird, mahnt aber auch: „Machen Sie das nciht zum Wahlkamopfthema, sehen Sie zu, dass Sie zügig weiter miteinander reden.“

Denn, das stellte der Mediator ebenfalls klar: „Jetzt sind Sie selbst am Zug. ich sehe Warstein nicht als ‘Dauerjob’.“

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