Packender Roman über Tibets Trauma

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Wie bringt man die Grausamkeiten eines Regimes einer breiten Öffentlichkeit näher? Nach mehreren Sachbüchern, die sich mit dem Thema Tibet befassen, hat Klemens Ludwig, der gebürtig aus Suttrop stammt, jetzt einen Roman geschrieben.

Suttrop.. Grundlage ist eine wahre Geschichte: Im Mai 1995 entführen chinesische Sicherheitskräfte einen sechsjährigen Jungen, der als 10. Inkarnation des Panchem Lama – der zweithöchsten Autorität im tibetischen Buddhismus – gilt: Gendün. Erst wenige Tage zuvor hat der Dalai Lama Gendün anerkannt. Die chinesischen Machthaber jedoch favorisieren einen Kandidaten, der mit der Partei konform geht und nicht der Dalai-Clique angehört. Dass ein Junge neuer Panchem Lama werden soll, der vom Dalai Lama anerkannt ist – eine solche Schmach kann sich die KP nicht gefallen lassen. Sie inthronisiert ihren eigenen Kandidaten: Gyaltsen Norbu.

Krimi und Sittengemälde

So weit die Tatsachen. Aus diesen schafft Ludwig einen spannenden Krimi und gleichzeitig ein Sittengemälde, das die Verhältnisse im heutigen China und Tibet lebendig werden lässt. Was wäre, wenn sich ein Chinese, der zur Bewachung des sechsjährigen Gendün abgestellt ist und den das Gewissen ob der Gräuel plagt, und einige tibetische Mitverschwörer zusammen tun, um mit Hilfe des CIA Gendün zu befreien? Detailliert beschreibt Ludwig die Vorbereitungen dieser Flucht, die Ängste der Verschwörer, aber auch die Grausamkeiten und Foltermethoden ihrer zukünftigen Jäger. Die Absurdität der chinesischen Denkweise wird deutlich, wenn Gyaltsen Norbu als neuer Panchem Lama Tibet bereist und nicht versteht, warum sich die Mönche in seiner Gegenwart so merkwürdig verhalten.

Wie und ob Gendün und seinen Helfern die Flucht gelingt und welche Hürden sie überwinden müssen, sei hier nicht verraten, um die Spannung nicht zu nehmen. Nur eines: Ludwigs neuer Roman berührt – und er ist absolut lesenswert.

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