Offen dafür, anderen zu begegnen

Mit der „Ruhrsau“, wie sich der Bezirk Ruhr-Sauerland selbst verulkte: Diözesanvorsitzende Annemarie Schulte und Diözesankurat Tobias Dirksmeier.                                                                                         Fotos: Jürgen Kortmann
Mit der „Ruhrsau“, wie sich der Bezirk Ruhr-Sauerland selbst verulkte: Diözesanvorsitzende Annemarie Schulte und Diözesankurat Tobias Dirksmeier. Fotos: Jürgen Kortmann
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Rüthen. Am Sonntag wird der „Kulturbeutel“ verschlossen. Die Ideen, die darin stecken, werden in den nächsten Wochen dann in den einzelnen Pfadfinderstämmen vor Ort ausgepackt und bereichern dort die Kinder- und Jugendarbeit mit neuen Impulsen.

„Kulturbeutel“ – so überschreibt die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg die fünf Tage an ihrem Rüthener Eulenspiegel-Zentrum. 300 Leiter aus dem ganzen Diözesanverband trafen sich dort zum Kulturaustausch: Getauscht wurden dabei gute Ideen, die in die jeweiligen Gruppenstunden als neue Anreize mitgenommen werden können. Aufwändig ist die Aktion, die riesige Jurte, die kurzerhand als Versammlungszentrum aufgebaut wurde, zeugt davon. Nur alle zehn Jahre wird der „Kulturbeutel“ geöffnet. Diesmal steckten darin zum Beispiel Workshops wie eine kalligraphische Schreibstube, das Drehen von Musikvideos, Poetry Slam, aber auch Imkern, A-Capella-Gesang und die Bibelarbeit mit Kindern. Geprobt wurde auch schon einmal für den Auftritt der Pfadfinder bei den Highland-Games im nächsten Jahr in Schottland. Vom 14. bis 28. Juli wollen die heimischen Pfadfinder dann dort zeigen, dass sie auch einen Baumstamm zu werfen verstehen...

Bunt ist der Verband, zeigt diese Liste. „Hier kann man unsere Kultur erleben“, sagt Anna Werner vom Organisationskomitee. Anders als andere Verbände haben die Pfadfinder keine rückläufigen Mitgliederzahlen, im Gegenteil. Ausgegrenzt wird niemand, ein eigener Facharbeitskreis gibt beispielsweise Ideen weiter, wie vor Ort Behinderte in den Pfadfinderstamm integriert werden können. Eine der Stärken ist, neben dem Erfindungsreichtum der Aktionen, sicherlich die Geborgenheit in den Altersstufen. Jedes Kind bleibt, beginnend als „Wölfling“ mit sieben Jahren, immer drei Jahre in seiner Altersstufe – „mal ist man der Jüngste, der sich von Älteren was abgucken kann, dann ist man der Ältere, der etwas von seinem Können und Wissen weitergeben kann: Wir müssen uns immer neu probieren“, weiß Anna Werner aus Erfahrung.

Natürlich geht es auch um geistige Impulse. Heute Nachmittag brachen die Gruppen auf zu verschiedenen Besuchen – zusammen mit ihrem geistlichen Kurat Tobias Dirksmeier beispielsweise zu einem Besuch in die Justizvollzugsanstalt Werl, um mit fünf Häftlingen zu sprechen. „Wir sind offen dafür, anderen zu begegnen“, sagt Dirksmeier. Die DPSG ist Deutschlands größter katholischer Jugendverband – aber auf die Konfession nicht festgelegt: „Es sind auch viele dabei, die evangelisch oder nicht getauft sind.“

 
 

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