Niederbergheimer Hof bringt Familie Ripploh bisher kein Glück

Hoffen, dass sie beim nächsten Pächter für den Niederbergheimer Hof mehr Glück haben: Maria und Stephan Ripploh.
Hoffen, dass sie beim nächsten Pächter für den Niederbergheimer Hof mehr Glück haben: Maria und Stephan Ripploh.
Foto: WP

Niederbergheim. Mehrere Krankheitsfälle beim Personal in der Zeit, als man das Hotel noch selbst betrieb, und im Anschluss ein säumiger Pächter, der verdeckte Mängel am Gebäude für die Zahlungseinstellungen geltend machte: Nein, Glück hat der Familie Ripploh der Niederbergheimer Hof nicht gebracht, seit man diesen im Jahr 2009 erworben hat.

„Wir haben hier sehr viel Geld investiert“, erläutert Mit-Eigentümer Stephan Ripploh. Über 300 000 Euro habe man nach dem Erwerb in die Sanierung und Modernisierung des mehr als 100 Jahre alten Haupthauses gesteckt. Neue Wände seien eingezogen, die Sanitäranlagen erneuert und eine Brandmeldeanlage eingebaut worden, nennt er als Beispiele.

Auch das Dach wurde neu gedeckt und die Terrasse wurde neu gestaltet. „Wir haben schon nach kurzer Zeit Gewinne erwirtschaftet. Dieses geschah durch Eigeninitiative, viel Arbeit und Liebe zum Detail.“ Trotzdem sah man sich nach zwei Jahren gezwungen, den Betrieb zu verpachten. „Wir haben mit dem Personal Pech gehabt und mussten mehrfach kurzfristig einspringen, weil wieder jemand ausgefallen war“, erklärt Inhaberin Maria Ripploh, seit über 60 Jahren Gastwirtin.

Erich Brinkhoff, der einen Teil der Möhne von der Fischereigenossenschaft angepachtet hat, um dort Fliegenfischen anzubieten, interessierte sich für das Objekt. Er hoffte auf zahlreiche Hotelgäste, die an der Möhne Fischen wollten. „Er träumte vom großen Geld, das war sein Fehler.“

Lange Mängelliste eingereicht

So habe der Pächter bereits im November 2012 Gespräche mit der Familie Ripploh aufgenommen mit der Bitte, für November, Januar und Februar nur die halbe Pacht zu überweisen, die gestundete Pacht ab Sommer nachzuzahlen. Dies sei nicht geschehen.

Stattdessen kamen Listen mit Mängeln, mit denen eine Einbehaltung der Pacht erklärt wurde. Einer dieser Mängel war die Terrasse, die bei den Winter-Hochwassern unterspült wurde. „Die haben wir für einen hohen fünfstelligen Betrag renoviert“, betont Ripploh. Da man aber weiter auf die Pacht wartete – inzwischen ist eine Summe von 70 000 Euro aufgelaufen – wurde eine Räumungsklage eingeleitet.

„Ich will nur raus aus dem Haus“

Der Anwalt des Pächters hat inzwischen einen Vergleichsvorschlag unterbreitet, der unserer Redaktion vorliegt. Darin verspricht er, dass sein Mandant das Gebäude bis zum 15. Januar räumen würde, wenn nicht nur die bisherigen Ansprüche erlassen, sondern außerdem die Rückstände von Getränke- und Eislieferanten in Höhe von 20 000 Euro vom Verpächter beglichen werden.

Ein Vorschlag, über den Stephan Ripploh nur mit dem Kopf schüttelt. Er hofft nun auf eine schnelle Beseitigung des Problems und will dann einen Pächter aus der Branche suchen. „Noch ein Nicht-Gastronom – das wäre fatal.“

Dem Vergleichstermin kommende Woche fiebert Erich Brinkhoff entgegen. „Die Räumungsklage ist ein Witz. Ich will nur raus aus dem Haus.“ Nochmals betont er, dass er nur von seinem Rückbehaltungsrecht Gebrauch gemacht habe. Außerdem überlege er, selbst eine Schadensersatzklage und eine Strafanzeige wegen Betruges und vorsätzlicher Körperverletzung einzuleiten.

 
 

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