Neueste Mammographie-Technik im Klinikum

Soest.  Mit 28 Prozent aller Krebsneuerkrankungen ist das Mammakarzinom (Brustkrebs) die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Wird der Tumor rechtzeitig erkannt, kann mit einer Heilungschance von 90 Prozent gerechnet werden.

Im Klinikum Stadt Soest setzt man nun auf neueste Technik und hofft so, diese Werte noch einmal zu verbessern. Denn noch immer gilt der alte Grundsatz, dass eine frühzeitige Diagnose und damit auch frühzeitige Behandlung die Chancen auf vollständige Heilung immens erhöht. Für 200 000 Euro hat das Klinikum aktuell ein Mammographie-Gerät der neuesten Generation erworben, das den 14 Jahre alten Vorgänger ab sofort ersetzt.

„Es handelt sich um ein Gerät, dass die digitale Vollfeld-Mammographie mit der so genannten Tonosynthese möglich macht“, erklärt Dr. Hubert Fischer, Chefarzt der Radiologie im Klinikum.

Vor allem die Tonosynthese komme einem Quantensprung gleich. Dr. Fischer: „Damit spielen wir technisch ab sofort in einer ganz anderen Liga.“ Durch die Möglichkeit einer 3-D-Darstellung der weiblichen Brust können nun auch kleine und kleinste Karzinome bereits in einem extrem frühen Stadium entdeckt werden. Dass das in der Tat eine überaus erfreuliche Entwicklung ist, beweisen laut Dr. Fischer blanke Zahlen, die eine skandinavische Studie ermittelt hat. Demnach wurde in den bisher herkömmlichen Verfahren mit der Mammographie unter 1000 Patienten statistisch bei 5,3 Frauen Brustkrebs diagnostiziert. Mit der neuen Methode wird ein Wert von 8,1 erreicht. „Das ist eine Verbesserung von mehr als 30 Prozent“, rechnet Dr. Hubert Fischer hoch.

Komplexität der Brust

Dass es mit der alten Technik nicht immer eine hundertprozentige Erfolgsquote bei der Früherkennung gibt, liegt in erster Linie an der Komplexität der weiblichen Brust. Dr. Hubert Fischer: „Bei vielen Frauen weist das Drüsengewebe eine sehr hohe Dichte auf. Dadurch überlagern sich die Strukturen, was das Erkennen von Karzinomen im frühen Stadium erschwert.“

Verbesserung um 50 Prozent

Mit der neuen Technik käme es in diesem Bereich zu einer Verbesserung um 50 Prozent. In dem neuen Verfahren wird die weibliche Brust nun Schicht für Schicht dargestellt. Aus den dann ermittelten Daten berechnen dann spezielle Computerprogramme, ob ein Karzinom vorhanden ist. Ein weiterer Vorteil: Die Zahl falscher Positiv-Diagnosen wird um 17 Prozent gesenkt. Dr. Hubert Fischer und Dr. Simone Flachsenberg, Leiterin der Gynäkologie, gehen davon aus, dass das neue Verfahren innerhalb der nächsten fünf Jahre bundesweit die bisher gängigen ablösen wird.

 
 

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