Mit langem Atem ins Rathaus

In seinem Garten in Bad Sassendorf findet Bürgermeisterkandidat Karl-Heinz Ricken mit seiner Ehefrau Dagmar die nötige Ruhe
In seinem Garten in Bad Sassendorf findet Bürgermeisterkandidat Karl-Heinz Ricken mit seiner Ehefrau Dagmar die nötige Ruhe
Foto: WP
Karl-Heinz Ricken ist Marathon-Läufer und Triathlet. Mit viel Ausdauer will der Kämmerer aus Bad Sassendorf den Weg ins Warsteiner Rathaus als Bürgermeister schaffen.

Warstein..  Draußen vor der Haustür hat ein Hund seinen Kopf tief in die Erde gesteckt. Ein Bild mit Symbolcharakter? Wohl eher nicht, denn erstens ist der Hund nicht echt, sondern eine Gartenskulptur und zweitens ist Karl-Heinz Ricken, der im September neuer Bürgermeister von Warstein werden will, eines ganz sicher nicht: Jemand, der den Kopf in den Sand steckt.

Eher ist das Gegenteil der Fall. „Mein Mann ist ein Kämpfer“, sagt seine Frau Dagmar. „Er sucht ständig neue Herausforderungen. Kaum hat er ein Ziel erreicht, sucht er schon nach einem neuen.“

So war das auch mit der Kandidatur um das Bürgermeisteramt im Warsteiner Rathaus. „Ich habe in meinem Leben viel gelernt“, sagt Ricken und verweist auf zwei Studiengänge zum Diplom-Verwaltungswirt und zum Diplom-Betriebswirt, die er erfolgreich absolviert hat. „Wenn ich Bürgermeister von Warstein werden würde, wäre das die Krönung, die Belohnung für so vieles, was ich in all den Jahren an Zeit und Engagement investiert habe.“

Davon soll nun Warstein profitieren. Und Karl-Heinz Ricken, der aktuell als Kämmerer in der Nachbargemeinde Bad Sassendorf tätig ist, ist zuversichtlich, dass er eine echte Chance im Rennen um den Bürgermeisterstuhl hat. „Ich glaube, dass es Warstein gut tun würde, wenn frischer Wind von außen kommt.“ Noch dazu von jemandem, der das Geschäft der Verwaltung bestens kennt: „Ich mach das ja schon seit ein paar Jahrzehnten. Da kann eine Kommune wie Warstein doch nur von profitieren.“

Stichwahl erwartet

Vor seinen insgesamt fünf Mitbewerbern hat er durchaus Respekt; als direkten Konkurrenten sieht er aber nur einen: Dr. Thomas Schöne, der bekanntlich für die CDU ins Rennen gehen wird. „Ich gehe von einer Stichwahl zwischen uns aus“, ist Ricken überzeugt.

Seitdem er seine Kandidatur im März offiziell bekannt gegeben hat, war er einige Dutzende Male in Warstein: „Inzwischen fühle ich mich dort angekommen.“ Die zentralen Probleme - Trinkwasser, Steinabbau, Umgehungsstraße oder Innenstadt-Belebung - hat er längst zu Schwerpunkten seines Wahlprogramms gemacht.

Bürgerschaftliches Engagement

So langsam glaubt er zudem, die ganz spezielle DNA, die die Warsteiner ausmacht, zu erkennen und zu verstehen: „Ich bin vor allem von dem starken bürgerschaftlichen Engagement beeindruckt. Das ist einzigartig und hat ein unheimliches Potenzial für eine Kommune. Sollte ich Bürgermeister werden, werde ich das nach besten Kräften fördern und unterstützen.“

Die nötige Kraft und Ausdauer holt sich der 56-Jährige beim Sport. Seit Jahren ist er begeisterter Ausdauersportler, kann auf beachtliche Zeiten bei seinen Marathonläufen verweisen und hat auch schon einige Triathlons absolviert. „Der Sport ist für mich der Ausgleich, den ich brauche.“ Im Moment hat er sein Sportprogramm allerdings ein wenig reduziert: „Die Wettkämpfe sind alle abgesagt.“ Den Wettkampf ums Rathaus will er allerdings mit besonders langem Atmen bestreiten.

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