Mit einer Stimme für Windkraft im Wald

Bald ein Bild auch in Warstein? Windräder im Wald.
Bald ein Bild auch in Warstein? Windräder im Wald.
Foto: dpa
Waldbesitzer haben sich zusammengeschlossen, um möglicherweise im Wald zwischen Hirschberg und dem Möhnetal bis zu 15 Windkraftanlagen zu errichten.

Warstein..  Die Landesregierung möchte mehr Erneuerbare Energie in NRW produzieren. Auch der Wald soll dafür genutzt werden. Auch in Warstein. So sieht es zumindest der „Teilplan Energie“ vor, den die Bezirksregierung gerade erarbeitet. Die Fläche am Rennweg zwischen Hirschberg und dem Möhnetal wird dort als potenzielles Gebiet geführt. Die Grundeigentümer springen bereits auf den Zug auf.

„Wir haben die Interessen der Grundeigentümer vereinigt“, erläutert Norbert Gröblinghoff (Anröchte-Altenmellrich). Heißt: 27 Eigentümer haben die „Allagener Mark GbR“ gegründet – eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts. „Wir können jetzt mit einer Stimme sprechen“, erläutert der Landwirt, der selbst acht Anlagen auf der Haar betreibt. Ansonsten könnte jeder Eigentümer versuchen, für seine Flächen Verträge abzuschließen. Mit der Folge, dass die gesamte Fläche, sollte sie denn zur einer Zone für Windkraft werden, möglicherweise nicht mehr bestmöglich genutzt werden könnte, weil die Abstände zwischen den Anlagen nicht optimal wären.

Platz für 12 bis 15 Anlagen

Nach den aktuellen Überlegungen könnten etwa 12 bis 15 Windkraftanlagen errichtet werden, die genauen ökonomisch sinnvollen Standorte auf dem 608 Hektar großen Areal der 27 Grundeigentümer kann nun ein Planer ermitteln. So würde auch der profitieren, auf dessen Grund und Boden keine Anlage errichtet wird. Das Pachtaufkommen soll nämlich, so Gröblinghoff gegenüber der WESTFALENPOST, zu 80 Prozent entsprechend der Gesamtfläche verteilt werden, 20 Prozent bekommt demnach der Grundeigentümer, auf dessen Fläche die Anlage steht.

Teilweise wieder aufforsten

Auch das mache Sinn, so der Altenmellricher, schließlich kann dort, wo Windkraft erzeugt wird, kein Baum mehr stehen. Und das gilt nicht nur für den unmittelbaren Standort, sondern auch für einen gewissen Radius um die Anlage sowie die Zuwegungen. Wie viele Bäume letztlich gefällt werden müssen, und wie viele später wieder aufgeforstet werden können, ist noch unklar. Auf jeden Fall solle der (zu verbessernde) Rennweg als Zugang genutzt werden, zusätzlich müssten seitliche Achsen gebaut werden. Es werde sich aber wohl auf jeden Fall um die inzwischen üblichen Anlagen mit einer Gesamthöhe von 200 Metern handeln, bestätigt Norbert Gröblinghoff die Sorgen einiger Warsteiner, denn „das macht sonst keinen Sinn.“ Jedenfalls werde es weder Probleme mit einem Schattenwurf noch mit Lärm geben; dafür sei die nächste Wohnbebauung zu weit weg. „Und der Wald wird ja nicht kaputt gemacht!“

Apropos Warsteiner Bürger: Die Grundeigentümer wollen die Anlagen in der Regel nicht selbst betreiben, sondern langfristig verpachten. So könnten den Betrieb etwa Bürgerwind-Gesellschaften übernehmen, an denen sich Interessierte beteiligen können (auch die Grundstücksbesitzer). Auch sei möglich, die Anlagen (teilweise) zu poolen: Dabei werden alle Erträge zusammen gerechnet und dann unter allen verteilt.

Doch so weit ist man bei der „Allagener Mark GbR“ noch nicht. Zunächst einmal soll das Projekt am kommenden Montag, 23. Februar, vorgestellt werden, und zwar Vertretern der Parteien und Fraktionen, der Ortsvorsteher und Ortsheimatpfleger. „Wie ist die Stimmung?“, möchte Gröblinghoff so erfahren. Die Fragen sollen anschließend in Ruhe beantwortet werden.

Die Eigentümer würden sich zwar freuen, wenn die Zusage schnell käme, schließlich ändert sich die Bezahlung des produzierten Stroms, wenn das EEG 2016 geändert würde. Aber das solle man nicht überbewerten. Gröblinghoff: „Das muss nicht zu einem Problem werden“. Es sei davon abhängig, wie sich die Preise entwickelten. Der Altenmellricher weiß, wie es in Großbritannien ging: „In England hat sich der Preis später positiv entwickelt“.

Montag abwarten

Gröblinghoff bremst daher zunächst einmal: „Wir warten den Montag ab, dann sehen wir weiter, welche Fragen da auf uns zu kommen.“ Dass eine Realisierung nicht sicher ist, weiß der GbR-Sprecher natürlich. Wenn die Idee nicht realisiert wird, ist das investierte Geld weg: „Es ist Risikokapital für uns“.

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