Mediation ein „Ärgernis, das Energie und Zeit gekostet hat“

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Warstein..  Die Brühne-Pleite inklusive der Neugründung des Unternehmens Cemlapis, das Mediations-Verfahren und der Steinabbau waren die zentralen Themen bei der Versammlung der Initiative Trinkwasser. Derzeit sei der Tiefenabbau zwar nicht möglich, betonte Vorsitzender Werner Braukmann, doch bestehe weiter die Gefahr, dass sich die Steinunternehmen per Gutachten die Unbedenklichkeit partieller Vorstöße in die Tiefe bescheinigen lassen. Ebenfalls eine Befürchtung Braukmanns: „Wir haben die Sorge, dass zwischen Bauer Peters und der Villa Silvana ein neues Abbaugebiet aufgemacht wird. Es soll dort alte Abbaurechte geben.“

Cemlapis will Abbaumenge verringern

Mit auf ihre Fahnen schreibt sich die Trinkwasser-Initiative die Brühne-Pleite. „Brühne ging davon aus, dass sie in die Tiefe abbauen dürfen – das Räppelchen haben wir ihnen genommen.“ Gehofft hatte man, dass man durch die Insolvenz einen Schritt auf dem Weg zum Stopp des Steinabbaus weiter gekommen sei - eine trügerische Illusion. Mit dem multinationalen Unternehmen HeidelbergCement, das die Firma Cemlapis in Warstein gegründet hat, mischt ein neuer Global Player beim Steinabbau mit. Geschäftsführer ist Michael Hoppenberg, jener Anwalt, der auch schon die Steinindustrie und die Stadt Warstein vertreten hat. „Wir haben uns verwundert die Augen gerieben.“

Positiv sei die Nachricht, dass Cemlapis versprochen habe, die Abbaumengen auf 100 000 Tonnen zu verringern – Brühne habe 300 000 Tonnen jährlich abgebaut. „Der Stein soll unter dem Brecher abgebaut werden“, das bedeute, dass der Brecher versetzt werde.

Auch habe Hoppenberg betont, dass man keine Konflikte wolle, möglichst „sozialverträglich abbauen“ wolle. „Wie das gehen soll, ist die Frage“, meinte Braukmann. Befürchtet wird außerdem ein höheres Verkehrsaufkommen, breche Cemlapis doch nur für HeidelbergCement in Ennigerloh, während Calcis demnächst Steine in die Stadt transportieren müsse.

„Ergebnis sehr unbefriedigend“

Als „großes Ärgernis“ bezeichnete Braukmann die Mediation. „Es wurde so getan, als würde die Lösung des Interessenkonfliktes einfacher, wenn wir freundlich miteinander umgehen. – Ich habe schon vor einem Jahr gesagt, dass das albern ist.“

Keinen Zentimeter habe sich die Steinindustrie bei der Grundsatzfrage „Steinabbau in die Tiefe“ bewegt. Von daher habe die Mediation nichts gebracht. „Sie ist unfruchtbar gewesen und hat viel Energie und Zeit gekostet.“

Grundsätzlich sei eine Mediation zu begrüßen, räumte Manfred Raker (BUND), der für die Naturschutzverbände mit am Runden Tisch verhandelte, ein. „Doch so, wie das Verfahren hier durchgezogen wurde, war das Ergebnis sehr unbefriedigend.“ Die Mediation sei in der Mitte stehen geblieben. „Es gab keinerlei Lösungsansätze, die Zeit war überhaupt nicht dafür da.“ Dass es besser laufen kann, hat Raker vor zehn Jahren in Geseke erlebt, wo ebenfalls ein Grabenkrieg mit der Steinindustrie getobt habe. Dort wurden ein langfristiger Abgrabe- und Rekultivierungsplan erarbeitet. „In der Hinsicht ist hier noch überhaupt nichts durchgeführt worden. Auf dem Papier stehen tolle Pläne, umgesetzt ist nur ein Bruchteil.“

 
 

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