Massenpanik nach Abi-Fete beschäftigt Staatsanwaltschaft

Belecke/Rüthen..  Völlig aus dem Ruder gelaufen ist das Ende der Abi-Fete des Rüthener Friedrich-Spee-Gymnasiums im Dezember 2014 in der Belecker Schützenhalle. Augenzeugen berichteten damals von „tumultartigen Szenen“ und drohender Massenpanik bei der Jackenausgabe zum Ende der Veranstaltung gegen 3 Uhr, so dass die Polizei mit ihrer Abteilung Gefahrenabwehr einschreiten musste. Sie war von den Veranstaltern gerufen worden – einen Ordnungsdienst gab es nämlich nicht.

„Rechtlich sauber“

Auch wenn keiner der Beteiligten eine Strafanzeige gestellt hat, landet der Vorfall bei der offiziell als „Privatveranstaltung“ ausgerufenen Fete nun doch bei der Staatsanwaltschaft, bestätigt Frank Meiske, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Soest auf Nachfrage der WESTFALENPOST. „Damit die Sache rechtlich sauber ist, haben die Kollegen den Einsatzbericht nach Arnsberg geschickt“, erläutert Meiske.

Die Staatsanwaltschaft muss nun klären, ob es einen Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung gibt. Und: Ob es ein öffentliches Interesse an der Verfolgung gibt. Ansonsten würde die Staatsanwaltschaft nur tätig, wenn einer oder mehrere Geschädigte eine Anzeige erstattet hätten – was aber nicht der Fall war. Ob es zu einer Anklage kommen wird, vermag Meiske nicht zu beurteilen: „Die Staatsanwaltschaft kann das Verfahren auch einstellen.“

Auch Diebstähle gemeldet

Neben den Tumulten bei der Ausgabe an der Garderobe wurden auch zwei Diebstähle gemeldet: Neben einer Jacke fehlt auch eine Felge eines Polizeiwagens. All das haben die Beamten in dem Bericht festgehalten, der nun nach Arnsberg gegangen ist.

Außerdem habe es für die veranstaltenden Jugendlichen des Friedrich-Spee-Gymnasiums Rüthen ein Gespräch mit dem Warsteiner Wachleiter der Polizei, Dieter Klare, und dem Ordnungsamt gegeben. Leider habe dies nicht im Vorfeld stattgefunden, bedauert der Polizeisprecher. Dann hätte man die jungen Leute auf das bereits vor einigen Jahren entwickelte Konzept (unter anderem zur Brandwache und dem Ordnungsdienst) verweisen können.

Meiske findet, man solle die Jugendlichen „nicht vertreiben, sondern ihnen ein sicheres Feiern“ ermöglichen. Er plädiert dafür, die Schüler bereits zu Beginn eines Schuljahrgangs darüber zu informieren, sie beraten und Gespräche zu führen – schließlich seien es in jedem Schuljahr andere angehende Abiturienten: „Die jungen Leute haben noch nicht die Erfahrungen“. Das Problem ist nicht neu, wie Frank Meiske rückblickend auf seine eigene Abi­zeit feststellt: „Das hätte uns damals auch gut getan.“

Eintrittskarten begrenzt

Die Warsteiner Abiturienten gehen das Thema Abi-Fete übrigens ganz anders an: Sie feiern am 16. Januar, ebenfalls in der Belecker Schützenhalle. Allerdings wurde da bereits im Vorfeld die Zahl der Eintrittskarten auf 400 begrenzt – und die gibt es auch nur im Vorverkauf an der Schule. Außerdem werden die noch Minderjährigen mit einem Zeichen auf der Hand markiert, damit sie in der Cocktail-Bar keinen „harten“ Alkohol bekommen.

EURE FAVORITEN