Maroder Hof soll wieder Glanzstück werden

Niederbergheimer Hof
Niederbergheimer Hof
Foto: WP

Niederbergheim.  Eine marode Technik, eine unterspülte Terrasse, die Lebensgefahr für Besucher bedeutete, das Dach undicht. Nein, so hat es sich Erich Brinkhoff nicht vorgestellt, als er vor zwei Jahren den Niederbergheimer Hof pachtete.

Denn der Traum von Hotel und Gaststätte entwickelte sich bald zum Alptraum. Immer mehr bauliche Mängel, aber auch Sicherheitsprobleme traten zu Tage: Die Kühlhäuser und der Herd waren defekt, weder im Niederbergheimer Hof noch im benachbarten Easy Rider, einem Bistro, gab es Ölabscheider, die Leitungen waren dicht, so dass mindestens einmal im Monat abgepumpt werden musste. „Das war alles maroder Schrott“, empört sich Brinkhoff. „Ich habe 30 Jahre Erfahrung mit Selbstständigkeit, aber mit solchen Unwägbarkeiten habe ich vor zwei Jahren nicht gerechnet.“

Damals hatte er einen Saal am Wasser gesucht, um eine Anlaufstelle für die Fliegenfischerei zu haben – Brinkhoff betreibt eine Fischerei-Schule sowie ein Geschäft und Online-Handel für Fliegenfischerei-Bedarf, hat zehn Kilometer Möhne gepachtet – konnte damals aber nur den kompletten Niederbergheimer Hof pachten. „Ich hab gedacht: Warum nicht – und muss zugeben, dass ich damals etwas blauäugig gewesen bin.“

Mängel nicht beseitigt

Während die Eigentümer der Gebäude, Diskothekenbetreiber aus Rheine, zu Anfang Mängel beseitigten, war damit Schluss, nachdem nach einem Jahr die Sonderkündigungsfrist für den Pachtvertrag ausgelaufen war. „Die Eigentümer haben nichts mehr gemacht, nach dem Motto: Jetzt sieh zu, wie du klar kommst.“

Das Fass zum Überlaufen brachte dann das undichte Dach – in ein Gästezimmer tropfte es bei Regen permanent hinein – und die Terrasse, deren Eisenträger durchgerostet waren. Hinzu kam, dass die Möhne das Konstrukt unterspült hatte, ebenso wie die ans Haus angrenzende Stützmauer. „Ich hatte einen Gutachter hier – die Terrasse ist sofort gesperrt worden. Das war lebensgefährlich.“

Brinkhoff pochte auf Mängelbeseitigung, der Eigentümer blieb stur – bis der Pächter seinen Anwalt einschaltete, dieser ihm riet, die Miete als Sicherheitsleistung einzubehalten. Dies tut Brinkhoff seit März. Und die Maßnahme zeigt Erfolg: Die alte Terrasse wurde abgerissen, das ganze Ufer muss neu aufgebaut, die Stützmauer mit Beton gesichert werden. Dann gibt es eine neue Terrasse. Nach und nach werden die Mängel beseitigt. „Immerhin eine Liste mit 150 Punkten.“ Dazu zählt auch eine neue Brandschutztür in der Gaststätte, die Brinkhoff in den vergangenen zwei Monaten nicht betreiben konnte, da die alte Tür marode war. „Der Hotelbetrieb läuft ganz normal, aber Ende Oktober ist auch die Kneipe wieder offen.“ Der Kampf mit den Vermietern hat den Pächter zermürbt. „Man läuft gegen Windmühlen. Der Eigentümer hat immer nur etwas repariert, wenn wir Druck ausgeübt haben. – Und dann muss man sich noch Geschichten anhören, dass wir nicht zahlen können – das ist definitiv nicht so. Ich wäre sofort in der Lage den Rückbehalt zu zahlen. Aber sobald ich das tue, steht die Baustelle.“

 
 

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