Lesung im Bücherbus in Rüthen

Armin Obalski
Der Sieger des Lesewettbewerbs, Christof Helle (r.), konnte seine Klasse am Montagmorgen zu einer Lesung mit dem Wettbewerbspaten Christian Tielmann im Bus der Fahrbücherei einladen.
Der Sieger des Lesewettbewerbs, Christof Helle (r.), konnte seine Klasse am Montagmorgen zu einer Lesung mit dem Wettbewerbspaten Christian Tielmann im Bus der Fahrbücherei einladen.
Foto: WP
Christof Helle (10) aus Rüthen hat den kreisweiten Lesewettbewerb gewonnen. Als Gewinn las Kinderbuchautor Christian Tielmann in Christofs Klasse.

Rüthen.  Sechs von 16: So lautete die Zahl der Jungen im Finale des Lesewettbewerbs 2016 des Medienzentrums des Kreises Soest. Für dessen Leiterin Kathrin Müller ist dies „ein sehr ausgewogenes Verhältnis“, gelten doch gemeinhin Mädchen als die eifrigeren Leserinnen und besseren Vorleserinnen. Einer der sechs Jungen im Finale ist der Gewinner: Christof Helle aus der Klasse 4b der Nikolausschule in Rüthen ließ beim Finale am Freitag alle 15 anderen Mädchen und Jungen hinter sich (wir berichteten). Schon am Montag gab es dafür den Preis. Der Kinder- und Jugendbuchautor Christian Tielmann aus Köln, dieses Mal Pate des Lesewettbewerbs, kam nach Rüthen und las Christof und seiner Klasse aus einigen seiner Werke vor.

Engere Zusammenarbeit

So ungewöhnlich wie die Lesung war auch der Ort. Es ging raus aus dem Klassenzimmer, raus aus der Schule in die Fahrbücherei des Kreises Soest, die auf dem Marktplatz geparkt hatte. Für einen Vormittag wurde der Bücherbus somit zum rollenden Klassenzimmer. Im Zuge einer engeren Zusammenarbeit von Medienzentrum und Fahrbücherei – beides Institutionen des Kreises Soest mit dem Ziel der Leseförderung – finde die Lesung für die Klasse des Siegers seit zwei Jahren im Bücherbus statt, berichten Kathrin Müller und Bücherei-Leiter Nils Bald übereinstimmend.

„Das Niveau steigt von Jahr zu Jahr“, betont Kathrin Müller. Dafür nennt sie zwei Gründe: In vielen Schulen sei die Leseförderung Programm, Schulbüchereien seien nahezu Standard, und häufig werden außerdem das Online-Portal zur Leseförderung „Antolin“ für den Unterricht genutzt. Einen weiteren Grund für die gute Qualität der Teilnehmer an den Wettbewerben führt Tielmann an: „Es handelt sich bei den Teilnehmern schließlich um die Lese-Highsociety jeder Schule.“

Familie pflegt das Vorlesen

Was aber macht Christof Helle zu einem so guten (Vor-)Leser? Vater Markus kann es sich denken: „Wir lesen unseren Kindern regelmäßig vor, angefangen bei den Pixi-Büchern bis aktuell zum letzten Harry-Potter-Band.“ Dieses Vorlesen, auch wenn es jetzt weniger geworden sei, habe sich durch die gesamte klassische Kinderliteratur von Astrid Lindgren bis zum Sams und Urmel aus dem Eis gezogen. Mit einer Passage aus den Urmel-Büchern überzeugte Christof Helle übrigens auch die Jury um Christian Tielmann.