Konzept muss ganzheitlich sein

Umsetzungschance der B 55 Ortsumgehung Warstein, Tunnelprojekt..  Im Bundesverkehrswegeplan, Stand 26.09. 2013, sind ca. 270 Projekte als NRW-Vorschlag zur Bewertung angemeldet. Das Projekt B 55 Warstein ist im Bedarfsplan 2004 für Bundesfernstraßen in der Legende als VB – Vordringlicher Bedarf, mit ca. 32 Mio. € Kosten, angesetzt.


Neben einer Nutzen – Kosten – Analyse fließen die Belange der Raumordnung, der Umweltrisikoeinschätzung, das städtische Potenzial (Maß für die mögliche Verbesserung der verkehrlichen, ökologischen, sozialen und baulichen Situation der Stadt Warstein) in die gesamtwirtschaftliche Bewertung dieses vorgeschlagenen Verkehrsprojektes ein.


Das städtebauliche Potenzial beschreibt die Einwirkung und Beeinträchtigung der B55 Verkehrsführung auf die Empfindlichkeit des Lebensraumes, direkt und im Umfeld der bestehenden Verkehrsführung. Je stärker die Beeinträchtigung desto höher ist das Potenzial. Neben den Kriterien einer effizienteren, wirtschaftlichen Verkehrsführung wird die Bewertung des Planes auch eine Entlastung der Lebensräume in der Innenstadt als auch die sich daraus ergebenden städtebaulichen Chancen einbeziehen. Neben den aktuellen Strukturdaten wie der Verkehrsmenge aller Verkehrsträger fließen ebenso die Prognosedaten zukünftiger Daten, wie Bevölkerung und wirtschaftliche Entwickelung, die Anbindung an überörtliche Fernverkehrswege und der Zeitraum in dem die Kosten und der Nutzen gegeneinander abgewogen werden, in die Planung hinein.


Die geplante B 55 Tunneltrasse läuft mitten durch ein Trinkwasserschutzgebiet das zugleich eines der größten und bedeutendsten Quellgebiete in NRW ist. Bei der geplanten Trassenführung der beiden B 55 Tunnel besteht die Gefahr, dass die natürlichen Wasserfließwege zerschnitten und so gestört werden dass die eingefassten Trinkwasserquellen der Stadt Warstein versiegen können. Die B 55 Tunneltrasse verläuft etwa 10 m unter dem Niveau der Range hindurch. Allein die Verkehrsführung an der Range, in und aus dem Tunnel heraus, bedingt ein Bauvorhaben das einer Brückeneinführung in eine darunter liegende Bundesstraße entspricht. Der innerstädtische Verkehr wird dabei über die Rangetrift geleitet. Die Vitalisierung der Range durch Freilegung und die damit verbundene Perspektive eines innerstädtisch beruhigten Lebens- und Wohnraumes wird für immer verhindert. Es entstehen keine neuen beruhigten Lebensräume. Der Lärm und Staub wird in diesem Wohnbereich durch die Verlegung des Straßenverkehr nur intensiver.


Die positive Bewertung des Projektes B 55 Tunnel in Warstein steht im Vergleich mit über 270 anderen Projekten allein in NRW. Unter den Rahmenbedingungen des Gebotes ausgeglichener Finanzhaushalte wird es keine Spielräume für Spekulationen mehr geben. Wir Warsteiner müssen uns von dem bequemen Traum vom BUND, der schon alle Verkehrsprobleme in Warstein lösen wird, endgültig verabschieden. Wenn unsere Stadt Warstein eine Zukunft haben soll, so bedarf sie der Planung und Umsetzung eines neuen, ganzheitlich, alle sozialen, wirtschaftlichen, hydrogeologischen, ökologischen und städtebaulichen Belange erfassenden Konzeptes.
Ewald Risse, Warstein


 
 

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