Klaus Müller erledigt Adler

Armin Obalski
Vogelschießen in Altenrüthen: Klaus und Katja Müller übernehmen nach einem Schießen mit Pausen die Regentschaft.
Vogelschießen in Altenrüthen: Klaus und Katja Müller übernehmen nach einem Schießen mit Pausen die Regentschaft.
Foto: Armin Obalski
Mit dem 132. Schuss holte Klaus Müller gestern in Altenrüthen den Vogel aus dem Kugelfang. Ein Kunststück, das ihm vor 20 Jahren schon einmal gelang.

Altenrüthen.  „Oben bleibt der Vogel jedenfalls nicht“, erklärte Klaus Müller beim Vogelschießen in Altenrüthen. „Das ist mein Plan – einen Plan B gibt es nicht“, erklärte der Vorsitzende des Schützenvereins und machte sich selbst an die Umsetzung, nachdem eine Zeit lang Flaute am Gewehr geherrscht hatte. Und siehe da: Auf einmal gesellten sich zwei, drei weitere Schützen zu ihm unter die Stange, die Schießwillen bewiesen. Doch weder Michael Müller, noch Wolfgang Radin oder Markus Helle war Erfolg beschieden. Klaus Müller selbst erledigte mit dem 132. Schuss den noch recht kompakten Adler.

„Papa, jetzt haben wir das Theater zugange“, raunte Klaus Müller später bei der Gratulationsrunde seinem Vater Friedel, seines Zeichens Ehrenvorsitzender des Schützenvereins, ins Ohr. Doch ganz ernst gemeint war das mit dem Theater kaum, schließlich weiß der 43-Jährige selbst nur zu gut, was es heißt und wie viel Spaß es macht König zu sein. Bereits vor einigen Jahren hatte er schon einmal den Vogel abgeschossen.

„Das darf ja wohl nicht wahr sein“, staunte Ehefrau und Königin Katja, nachdem sie die freudige Nachricht bekommen hatte. Mit zur Familie gehören außerdem Jan (16) und Ben (3). Um eines jedenfalls braucht sich der vom Beamten bei der Post zum König avancierte Klaus Müller keine Sorgen zu machen: „Ich trage für dich die Post aus“, versprach im Überschwang der Gefühle Alfons Wolf.

Bei diesen (Glücks-)Gefühlen schwang auch ein wenig Erleichterung mit. Während der nunmehrige Ex-König Mark Wiegelmann schon mit dem ersten Schuss die Krone, Oberst Ralf Schulte-Steffens mit dem 22. den Apfel und dann Michael Müller mit dem 31. Schuss das Zepter zu Boden geholt hatte, herrschte unter dem strahlend blauen Frühlingshimmel Flaute – am Gewehr jedenfalls. Dass die Schießoffiziere Christoph Adams und Andre Kettler dieses zwischendurch austauschen mussten, hatte jedenfalls nichts mit einem ungestümen Andrang zu tun.

Noch einer der Mutigsten war Michael Hüske, allerdings ging diesem Markus Denkler als sein Lieblings-Schießpartner von der Fahne. Schon beschrieb Mark Wiegelmann das Horrorszenario von „Stündlich ein Schuss“ und sogar Pastor Stefan Gosmann wurden schon gute Chancen auf die Königswürde vorhergesagt – wenn er denn nur schießen würde. „Eine Königin finde ich für Sie – das kann ich“, bot Eric Fechner Hilfe an.

Dann aber wurde es Klaus Müller zu bunt: „Mach das Gewehr mal scharf“, wies er Schießoffizier Christoph Adams an. Gesagt, getan – und der Rest ist Schützenfestgeschichte.