Kesselhaube auf dem Grab von Albert Cramer - Wunsch des verstorbenen Brauerei-Chefs

Außergewöhnliches Grabmal auf dem Warsteiner Friedhof: Die Gestaltung seiner Ruhestätte mit einem Kupferkessel hatte sich der verstorbene Brauerei-Chef Albert Cramer schon zu Lebzeiten gewünscht.
Außergewöhnliches Grabmal auf dem Warsteiner Friedhof: Die Gestaltung seiner Ruhestätte mit einem Kupferkessel hatte sich der verstorbene Brauerei-Chef Albert Cramer schon zu Lebzeiten gewünscht.
Foto: WP
Mit einem Grabmal, das aus dem üblichen Rahmen fällt, wird ein verdienter Bürger der Stadt Warstein posthum geehrt: Ein Kupferkessel mit Kreuz und Namensinschrift ziert seit einigen Tagen die Ruhestätte von Brauereichef Albert Cramer, der im November vergangenen Jahres starb.

Warstein. Das glänzende Metall fällt dem Friedhofsbesucher sofort in den Blick. Zahlreichen Warsteiner Bürger machten sich am Wochenende selbst ein Bild von der Kupferhaube auf dem Grab des im November 2012 verstorbenen Brauerei-Inhabers Albert Cramer. Die Kesselhaube ist praktisch eine kleinere Ausgabe des Dachs im Biergarten am „Sudhaus“ im Domcenter.

Catharina Cramer, jüngste Tochter des Verstorbenen, erklärte, dass ihr Vater schon zu Lebzeiten den Wunsch nach einer solchen Grabgestaltung geäußert hatte. Sie spiegelt seine Verbundenheit mit der Brauerei und der Biertradition wider. „Das ist ein historischer Sudkessel, der hier eingelagert war“, erklärt die Geschäftsführende Gesellschafterin. Im Handwerkerzentrum der Brauerei wurde er für seinen Bestimmungsort blank poliert und mit Schriftzeichen versehen.

Das Aufstellen des ungewöhnlichen Grabmals mit einem Durchmesser von 3,70 Metern musste bei der Stadt beantragt werden. „Ich hatte anfangs kein gutes Gefühl“, erklärte Bürgermeister Manfred Gödde, war er sich doch bewusst, dass dieser Kessel nicht ganz der Friedhofssatzung entspricht. Daher habe er sich mit Ortsvorsteherin Elisabeth Wiese und Erwin Koch, Vorsitzender des Bauausschusses, beraten, ob für das Grab von Albert Cramer eine Ausnahme zulässig ist.

Anerkennung eines verdienten Warsteiners

„Für uns steht die Anerkennung eines verdienten Warsteiners im Vordergrund“, sagt Koch, der nicht davon ausgeht, dass künftig weitere berufsspezifische Objekte für den Friedhof beantragt werden. Als Stadtoberhaupt hat Gödde ohnehin die Entscheidungshoheit und kann derartige Sonderregeln genehmigen. Zwar falle der Kessel auf den ersten Blick „etwas wuchtig“ aus, aber für Manfred Gödde stand fest: „Aufgrund der besonderen Stellung und des hohen Ansehens von Albert Cramer in Warstein haben wir seinen Wunsch erfüllt.“

Die als Familiengrab angelegte Ruhestätte, in der auch Cramers frühere Lebensgefährtin Carmen Purwien beigesetzt ist, wird noch in Grünanlagen eingebettet.

 
 

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