Kapelle fügt dem Herz nun die Seele hinzu

Armin Obalski
Die Kapelle lenkt den Blick automatisch in die Höhe: DPSG-Diözesanvorsitzender Jan-Philipp Krawinkel, Diözesankurat Simon Schwamborn und Baufachmann Marco Richter (von links).
Die Kapelle lenkt den Blick automatisch in die Höhe: DPSG-Diözesanvorsitzender Jan-Philipp Krawinkel, Diözesankurat Simon Schwamborn und Baufachmann Marco Richter (von links).
Foto: WP

Rüthen.  „Das Diözesanzentrum ist ein stückweit die Heimat der Stämme, das Herz des Verbandes; das sind nicht die Büros in Paderborn“, betont Jan-Philipp Krawinkel, Vorsitzender des Diözesanverbandes Paderborn der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg, mit Blick auf die Anlage am Eulenspiegel. Jetzt kommt zum Herz noch die Seele hinzu. Seit einigen Wochen wird die Kapelle am Diözesanzentrum gebaut. Und je weiter sie wächst – inzwischen stehen die drei Würfel, aus denen sie sich zusammensetzt, und haben ein Dach – desto mehr beeindruckt sie den Betrachter.

Davon gibt es inzwischen viele. „Nicht zuletzt durch die Zeitungsberichte herrscht hier ein reger Publikumsverkehr. Das zeigt das große Interesse der Menschen an unserem Projekt“, freut sich Dirk Lankowski, Pressesprecher der Pfadfinder im Erzbistum. Dies wiederum komme der zweiten Zielsetzung des Kapellenbaus entgegen. Diese wolle nicht nur Andachts- und Versammlungsraum für die Pfadfinder sein, sondern auch „Kapelle am Wege“, in die sich jeder Vorbeikommende eingeladen fühlen kann.

Über die Fortschritte am Bau und die nächsten Ziele am besten Auskunft geben kann Marco Richter. Er gehört nicht nur zur Arbeitsgemeinschaft Kapellenbau, sondern ist als Bauingenieur der Fachmann in der Runde. „Wichtig ist es, die Kapelle rechtzeitig winterfest zu machen“, sagt er unter Verweis auf die exponierte Lage am Eulenspiegel. Daran wirken mittel- und unmittelbar die Pfadfinder selbst mit. Der beauftragte Dachdecker, er kommt aus Meschede – viele andere beteiligte Firmen aus der direkten Umgebung Rüthens – ist selbst Pfadfinder.

Bauwerk wird winterfest gemacht

Nachdem das Holzgerüst nun steht, die Kapelle wurde in Holzrahmenbauweise errichtet, wird nun nicht nur das Dach dicht gemacht, es werden in der Folge die Fenster eingesetzt und die Fassaden abgedichtet. Dies geschieht mittels einer Folie, dann aber kommen wieder Pfadfinder zum Einsatz. Die Verkleidung werden und wollen sie selbst übernehmen. Diese erfolgt mit Lärchenholz. Bei zwei der Würfel werden Bretter vertikal bzw. horizontal angebracht, beim Eingangswürfel sind es Schindeln. „Viel wird in Eigenleistung gemacht, um Kosten zu sparen“, sagt Marco Richter. „Außerdem identifiziert sich so jeder mit ‘seiner’ Kapelle.“

Insgesamt umfasst der Wert der Eigenleistungen und Materialspenden 65 000 Euro. Gerne könne dieser Anteil an den mit 590 000 Euro kalkulierten Baukosten höher ausfallen. Doch als nächstes wird gefeiert: Am Sonntag, 7. September, treffen sich alle am Bau beteiligten Helfer, Firmen und Planer zum Richtfest.

Ort der Sammlung

Zum inhaltlichen Konzept des Bauwerkes, das sich in der Gestaltung niederschlägt, gibt Simon Schwamborn, Diözesankurat der Pfadfinder, Auskunft. Durch ein großes, lichtes Kreuz betritt man demnach den Eingangswürfel der Kapelle. Lichtbänder, die künstlerisch gestaltet werden, lenken dagegen im acht Meter hohen Würfel mit dem Altar den Blick nach oben. „Er ist ein Ort der Sammlung, daher werden seine Fenster auch nicht durchsichtig sein“, erläutert Schwamborn. Anders dagegen im Versammlungswürfel. Dort, wo Platz ist für eine große Gemeinde, lassen zwei große Fenster, die mit Klarglas versehen werden, den Blick nach außen, umgekehrt aber auch nach innen zu. „Unser Glauben bekommt einen sichtbaren Ort, der über die Gottesdienste am Lagerfeuer hinausgeht“, freut sich Dirk Lankowski.