INI schafft Waldkindern einen Rückzugsort

Armin Obalski
Stellen die Pläne vor (von links): Nicole Kovar, Susanne Lödige, Nicole Sprengkamp (Elterninitiative), Reinhard Venjakob (INI) und Manfred Strieth (Stadt Lippstadt).
Stellen die Pläne vor (von links): Nicole Kovar, Susanne Lödige, Nicole Sprengkamp (Elterninitiative), Reinhard Venjakob (INI) und Manfred Strieth (Stadt Lippstadt).
Foto: WP

Lippstadt.  Die INI tummelt sich auf vielen Gebieten. Dazu gehören Angebote zur beruflichen Aus- und Weiterbildung, zur allgemeinen Fortbildung sowie die Trägerschaft von Integrationsbetrieben in Warstein und Lippstadt sowie die im Aufbau befindlichen Gesamtschule in Bad Sassendorf. Jetzt kommt ein neues Tätigkeitsfeld hinzu: Sie ist Träger und Bauherr des Waldkindergartens, der in Lippstadt das Erziehungs- und Bildungsangebot erweitert und eine ergänzende Alternative zu den bestehenden Regelangeboten schafft.

Das Angebot grundsätzlich ist in Lippstadt nicht neu: Seit 2007 gibt es dort schon als Freiluft-Kindertagesstätte die Waldspielgruppe „Kleine Trolle“. Die Organisationsstrukturen, in denen diese von einer Elterninitiative geführt wurde, wechselten, aber eines ist bis heute gleich geblieben: Die Finanzierung durch Elternbeiträge, einen Zuschuss der Stadt und Zuwendungen von Stiftungen. Nicht förderungsfähig war dieses außergewöhnliche Betreuungsangebot aber durch das Land im Rahmen des Kinderbildungsgesetztes (KiBiz) schon wegen fehlender Gebäudestrukturen. Die kleinen „Kleinen Trolle“ waren nur draußen im Lippstädter Stadtwald unterwegs. Nur bei extrem ungünstigen Wetterlagen konnten sie auf Räume des Sozialdienstes katholischer Frauen zurückgreifen.

Auf Dauer jedoch ließ sich das Angebot so nicht fortführen und weiterentwickeln, so die Einsicht beim Elternverein. „Er ist im vergangenen Jahr auf uns zugekommen mit dem Thema, wie sich diese sinnvolle Einrichtung auf wirtschaftliche und zukunftsfähige Füße stellen lässt“, so INI-Vorstandsmitglied Reinhard Venjakob. „Viele Kinder erleben die Natur nicht mehr so unmittelbar. Fantasie und Kreativität gehen durch vorgegebene Spielmaterialien verloren“, berichtet er aus dem Alltag vieler Regel-Kitas. Dem gegenzusteuern, beziehungsweise eine Alternative zu schaffen, dafür ist laut Venjakob der INI-Natur- und Waldkindergarten gedacht. Reizüberflutung und Bewegungsmangel beispielsweise könne im Wald entgegengewirkt werden.

Nachdem diese Erkenntnisse gereift waren, wurden schnell Nägel mit Köpfen gemacht. Am Montag hatte der Lippstädter Rat erst zugestimmt, ein Gelände am früheren Tiergarten für den stationären Teil des Waldkindergartens zur Verfügung zu stellen – wobei das Gebäude nur Rückzugsraum sein soll – jetzt stellte Venjakob das Projekt schon vor. Allerdings ist der Zeitplan auch, wie er selbst einräumt, ehrgeizig. Schon Anfang August soll das konventionell gebaute Gebäude mit 300 Quadratmetern Nutzfläche auf dem 1400 Quadratmeter großen Grundstück in Betrieb genommen werden. Statt für bisher 12 Kinder ist das Angebot im erweiterten Rahmen für 35 Kinder ausgelegt, davon 10 Plätze für die U3-Betreuung. Von den Baukosten von 400.000 Euro übernimmt das Land 168.000 Euro, den Rest teilen sich INI und Stadt.