Indizienkette soll Angeklagten im Prozess um den Tod von Liesa S. überführen

Der Angeklagte Richard O. wird verdächtigt, seine Ex-Freundin Liesa S. getötet zu haben.
Der Angeklagte Richard O. wird verdächtigt, seine Ex-Freundin Liesa S. getötet zu haben.
Foto: Thomas Nitsche
Am zweiten Verhandlungstag um den Tod von Liesa S. aus Werl sind vor dem Arnsberger Landgericht Zeugen befragt worden. Der 25 Jahre alte Angeklagte Richard O aus Essen., dem Totschlag vorgeworfen wird, schwieg weiter. Die Eltern des Opfers, das mit 23 Jahren starb, treten als Nebenkläger auf.

Arnsberg/Werl/Essen. Der Prozess um den Tod der 23 Jahre alten Liesa S. aus Werl-Westönnen ist vor dem Landgericht Arnsberg mit Zeugenbefragungen weiter gegangen. Der 25 Jahre alte Angeklagte, dem Totschlag vorgeworfen wird, schwieg auch am zweiten Verhandlungstag.

Es ist ein Prozess, an dessen Ende die 2. Große Strafkammer mutmaßlich anhand von Indizien ein Urteil sprechen muss. In die Indizienkette könnte auch die Aussage eines Spuren­sicherers mit einfließen, der den Miet-Pkw untersucht hatte, in dessen ­Kofferraum die Leiche der jungen Frau nach Essen transportiert worden sein soll: „Ich gehe davon aus, dass der Kofferraum gründlich gereinigt wurde.“

Einem Sachverständigen des Landeskriminalamtes zufolge konnte in dem Kofferraum DNA-Material nachgewiesen werden, wie es auch Liesa S. besaß. Das Opfer ist als Urheber nicht auszuschließen, eine eindeutige Zuordnung sei aber aufgrund der „komplexen Mischspur“ nicht möglich. Da setzt die Staatsanwaltschaft Arnsberg eher auf die Ergebnisse von DNA-Analysen, die in Instituten in München und Münster durchgeführt wurden.

Jogger will Kleinwagen gesehen haben

Buchstäblich im Dunkeln blieb gestern die Zeugenaussage eines Joggers, der am mutmaßlichen Tattag nachts zwischen 2 und 4 Uhr einen schwarzen oder „extrem dunklen“ Klein­wagen nahe des späteren Leichenfundorts gesehen haben will.

Die Eltern von Liesa S. verfolgten auch den zweiten Verhandlungstag auf den Plätzen der Nebenklage. „Für sie ist der Prozess eine extreme Belastung“, so ihre Anwältin Jutta Klaus. Dafür, dass sie sich dieser großen Anstrengung stellen, zollt die Juristin ihren Mandanten höchsten Respekt. „Sie sagen: ,Wir tun es für unsere Tochter’.“

 
 

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