In die westfälische Fastnachtswelt entführen

Beim Seniorenkarneval der GBK Belecke
Beim Seniorenkarneval der GBK Belecke
Foto: WP
GBK und JuKa präsentieren vielfältiges Programm voller Tanzeinlagen und Witz beim Seniorenkarneval

Belecke..  Für ihre Senioren hatten sich die Belecker Jecken aus der Zirkusarena stark gemacht. Mit „Rabatz, Klamauk und Zauberei“ wollte die GBK sie zusammen mit der JuKa, die sich „In 80 Tagen um die Welt“ bewegen, einmal aus dem Altersalltagstrott reißen und mitnehmen in die westfälische Fastnachtswelt voller Glitzer und Pomp.

Dieses Ansinnen gelang ihnen bereits unter dem humorvollen Duo der Sitzungspräsidenten Tim Raulf und Christian Klopp, die oft großen Beifall ernteten. Nur einmal erklangen Buhrufe bei einer Bütt, aber nur wenig später hatten alle ihre Freude an dem im Nachgang auftretenden Belecker Büttenurgestein „Schummel“ alias Edelbert Schäfer.

Dieser gab in der von ihm erfundenen Mundart Vertellekes und Schnurren aus der Belecker Altstadt zum Besten. „Wat ‘nen Blödsinn“, meinte er, „heute gehe man in die Location, früher sagte man: Ich geh’ auf die Halle drauf rauf.“ Aber auch der plattdeutsche Beitrag der Tollitäten Ludger I., Frank II. und Oliver I. war so richtig nach dem Geschmack der Anwesenden. Als in der Parodie des „Drei-Könige-Liedes“ verkündet wurde: „Ek Kinnerprinz schloakere sui met“ hatte der Kleinste unter ihnen den größten Erfolg.

Schaueffekt beim Marsch

Den absoluten Schaueffekt erzielten in dieser Session die jungen Männer der JuKa-Prinzengarde. Ihre sauber und exakt einstudierten Marschformationen sowie wagemutigen und tollkühnen Pyramiden konnten in der Schützenhallen-Arena noch vollendeter dargeboten werden als im vereinseigenen Jugendheim.

Und was durch ihren großartigen Auftritt noch hinzukam: Der Blick des Zuschauers wurde auf das wieder einmal gelungene, dem Motto entsprechende Bühnenbild gelenkt, das ebenfalls wie der Oberste in der Pyramide bis hinauf zur Hallendecke ging.

Einfallsreich und farbenfroh zeigten sich wieder einmal die Gardistinnen, ob sie nun mit ihren LED-Uhren Licht in die Halle brachten; mit einer Puppenfee à la Hoffmanns Erzählungen bezauberten, als Herzbube um die Herzdame im Kartenspiel warben oder beinchenschwingend in den „vaterlandsfarbenen“ Kostümen in schwarz-rot-gold das Bühnenrund für sich vereinnahmten, um ihre Figuren und Schritte zu setzen.

WM noch einmal Thema

Ein kleines Flaggenballett wies dann auf das Großereignis des vergangenen Jahres hin, das alle „Atemlos“ an den Bildschirmen verfolgten. Was dabei niemand mitbekommen hat: Die Nationalmannschaft ließ sich von Paderborns Erzbischof Hans-Josef Becker in der Propsteikirche den Segen für ihr Tun aussprechen. Respekt für die Männer im „Niggeliggen-Sportstudio“, wie war es ihnen gelungen, den hohen Würdenträger hier mit einzubinden?

Überhaupt brachte dieser Programmbeitrag der Fastnachtsgruppe eine enorme Planung und Umsetzung im Vorfeld mit sich. Die Leinwand mit dem großen Bus, der sich den Propsteiberg zur Kirche hoch quält, sowie mit den Götzes, Schweinis und Neuners auf dem Belecker Sportplatz und im Fitnessstudio zeugte von einer aufwendigen Leistung.

Die in der „Vier-Sterne-Parodie“ einfließende Rückblende auf die vier Meisterschaftsjahre war gelungen, so auf das Jahr 1974, als durch ein Versehen von Bürgermeister Hermann Kroll-Schlüter die Stadt Belecke nach 1036 Jahren ihren Eigennamen aufgeben musste. Auch für Belecke werde es in der Zukunft heißen: „Mit dem Herz in der Hand und der Leidenschaft im Bein!“

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