Hendrik Günzel aus Küntrop mit 22 Jahren Bundesschützenkönig

Bundesschützenfest Sauerländer Schützenbund in Bad Westernkotten: 15 Könige ringen um den Titel als Bundesschützenkönig.
Bundesschützenfest Sauerländer Schützenbund in Bad Westernkotten: 15 Könige ringen um den Titel als Bundesschützenkönig.
Foto: WP
  • Königin Svenja war beim Schießen nicht dabei und reiste erst am Abend an
  • Beim Schießen in Bad Westernkotten kamen auch drei Rüthener Könige weit
  • Schützen aus dem ganzen Sauerland feierten gemeinsam

Bad Westernkotten.. Auch der 32. Bundesschützenkönig stammt aus dem Schützenkreis Arnsberg. Er heißt Hendrik Günzel und ist König der St.-Sebastianus-Schützen Küntrop, im Kreisschützenbund Arnsberg. Dabei war die Gruppe der Schützen aus dem Schützenkreis Lippstadt die stärkste unter den 15 Teilnehmern, die in der Endrunde um die Bundeskönigswürde kämpfte. Drei von ihnen stammten aus dem Stadtgebiet Rüthen. Darunter Schützenkönig Klaus Müller (Altenrüthen), der Kallenhardter König Arnold Fernim und König Thorsten Soerries aus Kellinghausen.

Doch am Ende drehte sich der Vogel, mächtig gestutzt vom rechten Flügel, stark linkslastig, fast kopfüber, zu Boden. Es war der 123. Schuss im 9. Durchgang, abgefeuert vom König aus Küntrop mit der Startnummer 3.

Königin muss erst anreisen

Ein Jubelschrei aus dem Schützenkreis Arnsberg beendete damit das zweieinhalbstündige Schießen um die Bundesschützenkönigswürde. Was bei strömenden Regen begann, entfaltete sich für den 22-jährigen Maschinenbaustudenten zum schönsten Tag seiner Schützenkarriere. Er regiert nun für drei Jahre die große Schützengemeinschaft mit seinen 345 Vereinen in sieben Schützenkreisen, die ungefähr von Lippstadt bis Olpe und von Iserlohn bis Marsberg reichen.

Zur Königin nahm der glückliche Schütze Svenja Günzel – die allerdings beim Schießen gar nicht dabei war und somit zur abendlichen Krönung erst nach Westernkotten anreisen musste.

Die Regularien beim Schießen um den Bundesschützenkönig sind anders als beim normalen Königsschießen. Zuerst teilen sich die Teilnehmer in drei Gruppen. In Bad Westernkotten stiegen 132 Könige und erstmalig eine Königin, die Schützenkönigin Jessica Lanhenke vom Nördl. Schützenverein Lippstadt in die Vorrunde.

Geschossen wird zuerst auf drei Vögel gleichzeitig. Der Sieger aus jeder Gruppe und zwei Schützen davor und zwei Schützen danach, insgesamt also 15 Kandidaten, schießen abschließend auf einen separaten Vogel um die Bundeskönigswürde.

Insignien spielen keine Rolle

Den diesjährigen Königsmacher baute Dieter Heinrichsmeier aus Anröchte-Berge. Fünfundzwanzig Stunden Arbeit steckten in dem goldig-glänzenden Aar, den die Kandidaten zuerst den rechten Flügel stutzen, dann den Schwanz abschossen und ihn am Ende linksdrehend zu Boden vielen ließen.

„Bitte nur auf den Vogel schießen, alles andere kostet Zeit und Munition“, mahnte Bundesschießmeister Wolfgang Klauke zuvor an. Tatsächlich spielen die Initialen Krone, Zepter, Apfel, sonst beim Vogelschießen sehr begehrt, beim Bundesvogelschießen keine Rolle. Dort zählt nur der gesamte Vogel. Und der stürzte um 17.30 Uhr ziemlich genau im Zeitplan vor hunderten von Zuschauern auf den Bad Westernkötter Acker und machte Hendrik Günzel mit einem Aufschrei wohl zum glücklichsten Schützen des Tages.

Gemeinsam mit Tausenden anderen Schützen präsentierte er sich dann am Sonntag stolz im großen Festzug.

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