Happy Burnout in Schloss Körtlinghausen

Dreh auf Körtlinghausen: Im Schloss entsteht der Film Happy Burnout mit Wotan Wilke Möhring in der Hauptrolle. Mit dabei sind auch Kostja Ullmann und Julia Koschitz.
Dreh auf Körtlinghausen: Im Schloss entsteht der Film Happy Burnout mit Wotan Wilke Möhring in der Hauptrolle. Mit dabei sind auch Kostja Ullmann und Julia Koschitz.
Foto: Armin Obalski
Nach über 30 Jahren ist Wotan Wilke Möhring nach Körtlinghausen zurückgekehrt. Wo er als Stalljunge arbeitete, dreht er jetzt „Happy Burnout“.

Körtlinghausen..  Die Erinnerungen sind nach so vielen Jahren verblasst, doch eines weiß Filmstar Wotan Wilke Möhring ganz genau: Er ist „in Körtlinghausen, nicht in Kallenhardt; das ist das Dorf auf dem Berg“. Nach über 30 Jahren ist er, der 49-Jährige zum Dreh des Films „Happy Burnout“ wieder in Körtlinghausen – im Schloss. Als Neuntklässler war er hier schon einmal – im Stall.

Mit seiner Klasse aus der Waldorfschule in Wanne-Eickel. Gewohnt haben sie in ehemaligen Gutshaus in Suttrop, gearbeitet auf dem Gutshof Körtlinghausen. „Ich habe den Stall ausgemistet und Steine aufgesammelt“, berichtet einer von Deutschlands gefragtesten Filmschauspielern. Und: Er habe das Schloss gleich wieder erkannt. Gleiches gilt für Gyso von Bonin.

Mit dem Pächter des Gutes hat er sich bereits unterhalten, schließlich hat der Caterer, wo die am Dreh Beteiligten ihre Pausen verbringen, sich auf dem Gutshof aufgebaut. Und der landwirtschaftliche Betrieb läuft neben den Filmarbeiten nahezu unbeeinträchtigt weiter. Schon eher als die Geräusche eines knatternden Treckers machen den Tontechnikern da die Flugzeuge zu schaffen, die auf dem Weg nach Paderborn oder Dortmund das idyllische Tal überfliegen, wie Herstellungsleiter Christian Vennefrohne berichtet. Gerade bei den Außenaufnahmen können sie ebenso störend sein wie die Unwägbarkeiten des Wetters. Dies führte dazu, dass am Montag im Schloss gedreht wurde, Außenaufnahmen im Park auf Samstag vorgezogen worden waren.

„So ist der Plan“, sagt Vennefrohne und lässt erkennen, dass sich dieser wie in besagtem Fall nicht immer umsetzen lässt. Und der Plan ist auch, dass der Drehtag zehn Stunden hat, wobei die Umstehenden diese Ansage mit einem Lachen quittieren. Grau ist also auch im bunten Filmgeschäft alle Theorie.

Ein Dutzend Komparsen

Doch das Mitwirken macht Spaß. Das betonen Sabine Kraß und Lilo Blanke. Die beiden Frauen gehören zu dem guten Dutzend an Komparsen, die im Schloss zum Einsatz kommen und beim Casting in Rüthen gefunden wurden. Sie mimen in der Burnout-Klinik Berkoff, zu der das Schloss laut Drehbuch umfunktioniert wurde, zwei Yoga-Patientinnen im Bewegungsraum. In diesen wurde einer der Salons im Obergeschoss umfunktioniert. Die Warsteinerin Sabine Kraß hat bei den Dreharbeiten zu „Nebel im August“, der u.a. im Kloster Mülheim entstand, Blut geleckt. Dort war sie Begleiterin ihrer Kinder. „Bei sowas will ich auch mitmachen“, habe sie sich gedacht. „Ich habe Zeit und das Filmgeschehen interessiert mich einfach“, berichtet die Suttroperin Lilo Blanke. Beiden sind sich einig: „Die Stars sind locker drauf.“ Zu diesen gehören neben Wotan Wilke Möhring auch Kostja Ullmann und Julia Koschitz sowie Anke Engelke. Nur dieser sei man noch nicht direkt begegnet. Alle anderen Kontakte haben sich spätestens am Samstag beim Bergfest (Halbzeit des bis zum 3. Juli dauernden Drehs), von dem Regisseur André Erkau noch schwärmt, ergeben.

„Ein Zehn-Stunden-Tag ist nichts“, berichtet Sabine Kraß. Die viele Zeit zwischen Einsätzen vertreiben sich die Frauen mit Lesen und Gesprächen – außer wenn natürlich gedreht wird. Dann gilt: Absolute Ruhe für alle, die in ihrer Rolle nicht zu sagen haben. Und das kann anstrengend sein, wird doch jede Szene aus allen erdenklichen Richtungen gedreht. So wie am Montag, als Wotan Wilke Möhring laut Drehbuch sein erstes Zusammentreffen mit Mitpatienten im Speisesaal der Klinik hatte. Zu dieser ist der große Saal im Erdgeschoss umfunktioniert, zur Essensausgabe der Salon nebenan.

Hollywood in Kallenhardt

Voller Lob für den Set sind Hauptdarsteller wie Regisseur. Wotan Wilke Möhring lobt das Sauerland als „Freizeitpark des Ruhrgebietes“, das er als Kind etwa bei Besuchen im Fort Fun oder in Winterberg kennen gelernt habe. Für André Erkau, bislang ohne Beziehung zum heimischen Raum, mutet die Gegend um Kallenhardt „wie klein Schottland“ an. Und er zieht einen Vergleich, der noch schmeichelhafter ist: „Das Schloss, die Möbel, das Dorf im Hintergrund – das ist fast so, wie man sich in Hollywood ein Schloss mit Dorf vorstellt.“ Er verspricht: Schloss und Umgebung sollen auch im fertigen Film — Premiere im Sommer 2017 – wiedererkennbar sein.

 
 

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