Hanf-Duftkissen bringt Stress statt Entspannung

Rüthen.. Der Aufschrift zufolge sollte es Stress vertreiben, doch es bewirkte genau das Gegenteil: Wegen eines Hanf-Duftkissens stand gestern ein 22-jähriger Rüthener vor dem Amtsgericht Warstein.

Eigentlich hätte der junge Mann gar nicht vor Gericht erscheinen müssen, denn das Urteil wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln war ihm bereits schriftlich per Strafbefehl mitgeteilt worden. Die Strafe von 40 Tagessätzen à zehn Euro schienen dem Angeklagten jedoch nicht gerechtfertigt. Also legte er Einspruch ein - und verteidigte sich gestern in der Hauptverhandlung: „Ich habe das Hanf-Duftkissen in der Apotheke erworben, das ist legal!“

Angeklagt jedoch war nicht der legale Erwerb des Kissens, sondern dessen Verwendung: Bei einer Hausdurchsuchung - der Angeklagte war bereits zuvor mehrmals wegen Drogenbesitzes aufgefallen - fand die Polizei 3,64 Gramm Cannabis-Samen in einem Tütchen. Sie entstammten dem Duftkissen. Was die Staatsanwältin zu der Frage führte: „Warum haben Sie das Hanf-Kissen gekauft?“ Angeklagter: „Das kann man aufmachen und die Blüten rauchen“, obwohl das wegen des geringen THC-Gehaltes von unter 0,2 Prozent „nicht wirklich viel“ bringe. Die Samen habe er zwar aus dem Kissen gepickt und aufbewahrt, wollte sie jedoch „nicht anbauen und nicht damit handeln!“

Das Gericht aber hatte „wegen Ihrer Vorgeschichte Schwierigkeiten zu glauben, dass Sie die Samen nur in der Schublade liegen lassen wollten“ und empfahl dem Angeklagten deshalb dringend, den Einspruch gegen den Strafbefehl zurückzunehmen und die Geldstrafe zu akzeptieren. Das tat er auch schließlich, aber „veräppelt“ fühlte er sich trotzdem: „Da habe ich schon einen Weg gefunden, das legal zu erwerben - und dann das!“

 
 

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