Gesund durch fließende Bewegungen

Warstein..  Als sanft und weich beschreibt Elke Herder die Bewegungen des Qigong (gesprochen: Chigung). Die Übungen seien einfach und harmonisch, Wiederholungen sind typisch. Für die Qigong-Lehrerin Elke Herder steht fest, dass ihre beiden Lieblingssportarten Tai Chi und Qigong die besten Mittel sind, in seinen Körper hineinzuspüren, Stress abzubauen und den Geist zur Ruhe kommen zu lassen.

Elke Herder weiß, wovon sie spricht – sie selbst sei das beste Beispiel für die wohltuende Wirkung, sagt sie. Bevor sie mit Tai Chi und Qigong begann, ging es ihr gesundheitlich nicht gut. Sie litt unter Rückenproblemen, hatte oftmals Kopfschmerzen, war häufig erkältet. Heute geht es der 49-Jährigen blendend. „Ich fühle mich viel besser“, sagt sie. Ihre letzte Erkältung liege eineinhalb Jahre zurück. Die Rüthenerin ist überzeugt, dass die chinesische Bewegungsform zur Kultivierung von Körper und Geist der Gesundheit nachhaltig zuträglich ist.

Einstieg jederzeit möglich

Auch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe überzeugt das Konzept. Zur Zeit unterrichtet Elke Herder jeden Montagabend von 19 bis 20 Uhr in der LWL-Klinik Warstein Qigong. Der Kursus steht jedem offen. Die einfachen, fließenden Bewegungen lassen jederzeit einen Einstieg zu, die Techniken bauen nicht aufeinander auf, wie es beim artverwandten Tai Chi der Fall ist. Das Ziel von Qigong ist es, innere Ausgeglichenheit zu erlangen, die eigene Mitte zu finden. Die ruhigen, gleitenden Bewegungen des Qigong regulieren die Atmung, lösen Blockaden und bereiten den Körper für das Fließen des Qi (gesprochen: Chi), der Lebensenergie, vor.

„Die meisten wollen nur entspannen, einfach ein bisschen abschalten“, sagt Herder. Offenbar problemlos möglich, wenn man sich konzentriert auf die Übungen einlässt. In einer Zeit, die privat und beruflich von extremer Beschleunigung geprägt ist, scheint eine solche Form der bewussten Entschleunigung für so manchen eine wohltuende Oase im Alltagstrott zu sein.

Elke Herder selbst begann 1996 zunächst mit Tai Chi. Manfred Kumbartzky war ihr Lehrer und entwickelte sich zu einem wichtigen Mentor für Herder. „Er hat mich gefördert, hat mir alles beigebracht“, sagt sie über Kumbartzky. Er war es auch, der sie zum Qigong brachte und ihr schließlich erste Kurse beim LWL vermittelte, die sie selbst als Lehrerin betreute.

Elke Herder ist froh, dass sie vor rund 17 Jahren den Schritt wagte und sich auf diese für sie vollkommen fremde Erfahrung einließ, es einfach einmal ausprobierte. Nicht nur, weil es ihr seitdem gesundheitlich besser geht, nein: Für sie bedeuten Tai Chi und Qigong mittlerweile mehr, es sind echte Leidenschaften geworden, in denen die Rüthenerin aufgeht, sich verwirklicht. Auch hier gilt offenbar: Probieren geht über Studieren.

 
 

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