Für Windräder ist 150 Meter das Maximum

Rüthen.  Für erhebliche Unruhe hatte in Altenrüthen im vergangenen Jahr der Bau eines 150 Meter hohen Windrades im Zuge des so genannten Repowerings gesorgt. Mit diesen 150 Metern ist im Windpark Altenrüthen-Drewer jetzt aber der Gipfel erreicht. Werden weitere kleinere durch größere, leistungsstärkere Windräder ersetzt, ist auch für sie bei dieser Höhe Schluss. Einstimmig legte der Stadtentwicklungsausschuss diese Höhenbegrenzung fest, die aber nur für diesen Windpark gilt. Er ist damit neben der Spitzen Warte der einzige mit einer solchen Festsetzung.

Beantragt hatte die Höhenbegrenzung die CDU-Ortsunion Altenrüthen. „Wir haben die Sorge, dass es die Technik irgendwann ermöglicht, immer höher zu bauen. Da wollen wir den Fuß in der Tür haben“, begründete deren Vorsitzender Hartmut Modes die Initiative. „Wir wollen nicht mehr so untätig sein müssen, wie es bisher den Anschein hatte.“

„Aus Sicht der Verwaltung ist der Antrag nachvollziehbar und eine entsprechende Planvorgabe erscheint sinnvoll“, hieß es in der Vorlage für den Ausschuss. Darin verweist Joachim Heidrich zudem auf einen landschaftgestalterischen Aspekt: Größere Anlagen würden nicht nur die Zumutbarkeit für die Anwohner überschreiten, sondern es würde eine inhomogene Silhouette nunmehr bestehender kleinerer und mittlerer sowie denkbarer noch größerer Anlagen entstehen.

Keine Generallösung

Allerdings wird die Maximalhöhe nicht in den Flächennutzungsplan aufgenommen, wie es beantragt war. Eine Regelung mit diesem Planungsinstrument müsste das gesamte Stadtgebiet umfassen, was zu erheblichen Problemen führen könnte. Heidrich erinnerte in diesem Zusammenhang an den Windpark Meiste. Dort wurde das gemeindliche Einvernehmen für 200 Meter hohe Anlagen erteilt. Das Vorhaben befindet sich im laufenden Verfahren. „An dieser Stelle würde die nachträgliche Begrenzung nicht ohne Entschädigungsforderungen umzusetzen sein“, warnte Joachim Heidrich. Also lautete der Verwaltungsvorschlag, das zielgerichtetere Instrument eines einfachen Bebauungsplanes zu wählen. Dieses Verfahren leitete der Ausschuss jetzt ein.

Nächstes Repowering steht an

Unberührt davon bleibt eine zweite anstehende Repoweringmaßnahme, da die Gesamthöhe dieser Windkraftanlage nur bei rund 134 Metern liegen soll. Das bereits errichtete, bis zur Rotorspitze rund 150 Meter hohe Windrad zeige, „dass eine Höhenregelung städtebaulich sinnvoll ist, da ansonsten ein vertretbarer Maßstab zu den angrenzenden Dorfsilhouetten von Altenrüthen und Drewer verloren ginge“, heißt es in den Planungszielen. Der Abstand der Windvorrangzone zur Wohnbebauung beträgt sowohl nach Altenrüthen wie Drewer 750 Meter. „Anlagen über 150 Meter führen hier zu einer nicht akzeptablen Beeinträchtigung der Wohnnutzung“, so Joachim Heidrich, der die „bedrückende Wirkung“ der Höhe als Grund dafür anführt. Aber auch die drei bewohnten Höfe in Abständen von 230, 260 und 350 Metern zur Vorrangzone werden nicht aus den Augen verloren. Laut aktueller Rechtsprechung, dürfen Windräder nicht näher an der Wohnnutzung liegen, als das Zweifache ihrer Gesamthöhe. Die Windräder müssen also umso niedriger sein, je näher sie an Wohnnutzungen heranrücken.

Zweifel an Wirtschaftlichkeit

Nicht weiter verfolgt wurde bei der Sitzung ein „Denkanstoß“ Bürgermeister Weikens, eine Höhenbegrenzung per Bebauungsplan auch für den Windpark Drewer-Nord zu verankern. „Bei Drewer auf der Haar stört es keinen, wie hoch die Windkraftanlagen sind“, meinte Herbert Oel (BG). Dem Landschaftsbild seien höhere Anlagen eher zuträglich als (zu) niedrige. Ähnlich sah es Theo Kulke (CDU) und untermauerte dies mit einem Beispiel. Die Anlagen auf Warsteiner Seite, wo die Höhe auf 100 Meter begrenzt ist, nannte er „Rasenkratzer“. Außerdem sei deren Wirtschaftlichkeit kaum gegeben. „Die laufen alle am Existenzminimum“, so Kulke.

 
 

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