Frühzeitig auf Teilstandort-Lösung in Suttrop vorbereiten

Infoveranstaltung zur Zukunft der Grundschule Suttrop: Schulamtsleiter Josef Pieper (sitzend) diskutiert mit dem stellvertretenden Schulpflegschaftsvorsitzenden Christian Weiken.
Infoveranstaltung zur Zukunft der Grundschule Suttrop: Schulamtsleiter Josef Pieper (sitzend) diskutiert mit dem stellvertretenden Schulpflegschaftsvorsitzenden Christian Weiken.
Foto: WP
Gründlich vorbereitet erwiderte die Elternvertretung der Grundschule Suttrop die Argumente der Stadtverwaltung, die vorschlägt, den Standort aufzugeben.

Suttrop..  Welche Argumente sprechen für einen Teilstandort und welche eher dagegen – bei der Informationsveranstaltung für die Eltern der Suttroper Grundschüler (wir berichteten) kamen sie alle auf den Tisch. Die Elternpflegschaft hatte sich gründlich vorbereitet, um die von der Verwaltung vorgebrachten Aspekte zu entkräften.

Ortsnahe Beschulung: In diesem Punkt sind beide Seiten einer Meinung. Kinder sollten grundsätzlich zu Fuß zur Grundschule kommen.

Gemeinsamer Sozialraum: „Ja“, sieht auch Christian Weiken, Vertreter der Schulpflegschaft, enge Verbindungen zwischen Warstein und Suttrop, „das ist in diesem Fall aber nicht relevant.“ Denn innerhalb Suttrops seien die Verflechtungen noch deutlich enger als im größeren und anonymeren Warstein.

Einsparpotenziel: Das liege bei rund 20 000 Euro, rechnet Schulamtsleiter Josef Pieper vor. Dass sie so hoch gar nicht seien, erwidert Weiken. Denn die Personalkosten würden bloß an eine andere Stelle im Haushalt verschoben. „Das ist linke Tasche, rechte Tasche, aber das Portemonnaie wird trotzdem leerer“, sagt Weiken.

Hoher Abstimmungsaufwand: In seiner Empfehlung, den Standort Suttrop zum Schuljahr 2018/19 zu schließen, stützt sich das Schulamt vor allem auf dieses Argument. An beiden Standorten müsste eine einheitliche Unterrichtsqualität garantiert werden, die Schulleitung müsste an beiden Orten gleichermaßen präsent sein, Lehrer müssten hin und her fahren – all das sei schwer zu organisieren und wenig praktikabel, sagt Pieper. „Wir haben unsere Erfahrungen gemacht“, verweist er etwa auf die Zusammenlegung von Lioba- und Gutenbergschule an zwei Teilstandorten, die nach drei Jahren zusammengelegt werden mussten.

Organisatorische Herausforderungen dürften aber kein Argument sein, widerspricht Weiken: „Die Möglichkeit für Teilstandorte ist vom Gesetzgeber bewusst geschaffen worden – in dem Wissen, dass das Herausforderungen birgt.“

Einen gehörigen Abstimmungsaufwand sieht auch Schulrätin Ilka Newerla. „Eine gemeinsame Schule an zwei Standorten zu schaffen, ist ein längerer Prozess“, betont sie, „das heißt aber nicht, dass es schief geht.“ In einem größeren System seien die Kosten automatisch geringer, weil der Lehrstellenbedarf niedriger sei, aber auch kleine Schulen hätten Vorteile. Als frühere Leiterin einer Grundschule mit Teilstandort rät Newerla: „Wenn es hier auch dazu kommt, sollten Sie sich frühzeitig damit beschäftigen.“

Optimismus beim Ortsvorsteher

Ortsvorsteher Udo Koerdt erkennt eine „ganz gute Aussicht für einen Teilstandort“. Das hätten nicht zuletzt die Reaktionen aus den Fraktionen gezeigt. Die Eltern wünschen sich eine Entscheidung schon im September, und damit vor den Anmeldungen der neuen Erstklässler. „Wir wollen vermeiden, dass Eltern ihre Kinder aus Unsicherheit vorsorglich in Warstein anmelden“, sagt Weiken. Das Schicksal der Grundschule Hirschberg hat er als warnendes Beispiel noch vor Augen.

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