Förderung für Westereiden rückt näher

Die Mitglieder des erweiterten Vorstandes der LAG 5verBund freuen sich über die ersten bewilligten Projekte.
Die Mitglieder des erweiterten Vorstandes der LAG 5verBund freuen sich über die ersten bewilligten Projekte.
Foto: WP
  • Dorfbewohner sollen sich digital und persönlich vernetzen
  • Fördersumme liegt bei fast 180 000 Euro
  • Bezirksregierung entscheidet über Bewilligung

Rüthen..  Einen Schritt weiter sind zwei Rüthener Projekte im Rahmen der Leader-Arbeitsgemeinschaft „5verBund“, zu der sich neben Rüthen auch Warstein, Anröchte, Erwitte und Geseke zusammengeschlossen haben. Es geht um das Projekt „Westereiden 2.0 – Vernetzt auf allen Ebenen“ und eine Disc-Golf-Anlage, die am Warsteiner Bikepark im Kallenhardter Rabennest entstehen soll.

450 000 Euro gebunden

Bei einer Sitzung des erweiterten Vorstandes, zu dem auch Bürgermeister Peter Weiken gehört, waren die beiden Rüthener Vorhaben unter den insgesamt neun Projekten, die von Vertretern der Projektträger so überzeugend vorgestellt wurden, dass alle bei der Bezirksregierung eingereicht werden. Diese entscheidet letztendlich darüber, für welche Vorhaben tatsächlich Fördergelder fließen. Insgesamt geht es um 2,1 Millionen Euro, die der Region bis 2020 zur Verfügung stehen. Mit den neun jetzt befürworteten Vorhaben werden knapp 450 000 Euro gebunden.

Dickster Batzen ist die Idee, Westereiden durch ein Bündel an Maßnahmen zukunftsträchtig aufzustellen, mit veranschlagten Kosten von 275 000 Euro, wobei das Leader-Programm eine Förderhöhe von 65 Prozent vorsieht. Zur Kofinanzierung der verbleibenden etwa 96 000 Euro sollen Ersparnisse der Vereine, Spendengelder und Darlehen beitragen.

Kommunikation auf allen Ebenen

Was aber will „Westereiden 2.0“? Im Grunde geht es darum, Kommunikation auf allen Ebenen zu ermöglichen bzw. auszubauen. Dafür gibt es zwei Säulen, die sich gegenseitig bedingen. Die erste entsteht durch das Schaffen einer digitalen, interaktiven Austauschplattform unter verstärkter Nutzung der Möglichkeiten, die der Glasfaseranschluss des Dorfes bietet. Ziel ist laut Projektbeschreibung eine digitale, interaktive Austauschplattform, über die Menschen der Dorfgemeinschaft in Kontakt treten können, ohne an einem Ort versammelt zu sein.

Dieser reale Treffpunkt jedoch soll die zweite Säule bilden: Ein Gebäude, gemeinhin Dorfgemeinschaftshaus genannt, soll ergänzend den persönlichen, alle Generationen umfassenden Kontakt ermöglichen. Das Grundstück, das dafür ausgeguckt wurde, befindet sich bereits im Besitz des Schützenvereins, der als Projektträger fungiert. Ihm zur Seite stehen allerdings die anderen Vereine und engagierte Einzelpersonen.

Die erste Säule funktioniert wie ein Schwarzes Brett. Angedacht sind über diese digitale Austauchplattform beispielsweise Mitfahrzentrale, Dienstleister- und Werkzeugbörse oder das Buchen mobiler Dienste. Die Idee digitaler Krankenbesuche per iPad oder Skype leitet dabei schon über zu den besonderen, den persönlich geprägten Kontakten.

Hier kommt das Gebäude, im Projektvorschlag Netzwerkstatt genannt, ins Spiel. Hier soll an zentraler Stelle im Ort die direkte Kommunikation stattfinden, die Dorfgemeinschaft gestärkt werden. Krabbelgruppe, Feiern, Seniorennachmittage, themenbezogene Angebote aber auch klassische Stammtisch würden hier ein Dach über dem Kopf finden, wie es sonst im Ort in dieser Vielfalt nicht vorhanden ist. Der Um- bzw. Ausbau vorhandener Immobilien hatte sich als nicht machbar erwiesen. Für den Betrieb und Erhalt der Netzwerkstatt stehen die Dorfbewohner selbst gerade, so wie es andere Orte vormachen, zum Beispiel Langenstraße und Altenrüthen.

Das Freizeitangebot steigern

Einer privaten Initiative entspringt das Projekt Disc-Golf-Anlage. Hinter ihr stehen Reimund und Sabine Kaiser als Betreiber des Warsteiner Bikeparks. Sie wollen mit der Installation der ersten derartigen Anlage im Kreis Soest das Angebot erweitern und neue Zielgruppen erschließen.

„Beim Disc-Golf, ähnlich wie beim Golf, gilt es eine spezielle Frisbee (Disc) mit möglichst wenigen Würfen von einem bestimmten Abschlagspunkt (Tee) in einen Korb zu befördern. Die Sportart überzeugt durch das faire Spielsystem“, heißt es im Projektvorschlag. Vorgesehen sind für den Parcours, für den keine zusätzlichen Flächen in Anspruch genommen werden sollen, neun Körbe und eine Puttingstation zum Trainieren. „Das Ziel des Projektes ist die Erweiterung und Attraktivitätssteigerung der bestehenden Anlage und des Freizeitangebotes in Rüthen“, erläutert das Ehepaar Kaiser. An Kosten sind rund 32 000 Euro veranschlagt, wobei die Fördersumme knapp 21 000 Euro ausmachen würde.

 

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