Feuer durch Brandstiftung im früheren Altenrüthener Bahnhof

Armin Obalski
Großeinsatz an der ehemaligen Discothek: Bis Donnerstagmorgen bekämpfte die Feuerwehr immer wieder auftretende Glutnester. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.
Großeinsatz an der ehemaligen Discothek: Bis Donnerstagmorgen bekämpfte die Feuerwehr immer wieder auftretende Glutnester. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.
Foto: WP
Nach dem Großfeuer im früheren Altenrüthener Bahnhof, der viele Jahre als Diskothek genutzt worden war, hält die Polizei Brandstiftung als Ursache für möglich.

Altenrüthen. Brandstiftung war vermutlich Ursache des Feuers am Mittwochabend im früheren Altenrüthener Bahnhof an der Kreuzung B 516 und L 735. Dies vermutet die Polizei laut Sprecher Wolfgang Lückenkemper. Gegen 22.15 Uhr hatte ein Zeuge Feuerwehr und Polizei alarmiert, weil er Rauch aus dem Gebäude dringen sah, das viele Jahre als Diskothek genutzt worden war.

Brandexperte ermittelt

„In dem Gebäude halten sich oft genug Leute auf“, begründet Polizeisprecher Lückenkemper die Annahme, dass es sich um Brandstiftung gehandelt haben könnte. Ein Brandexperte der Kriminalpolizei war am Donnerstag vor Ort. Er stellte fest: Das Feuer brach in einem Raum aus, in dem Matratzen und Müll lagen. Da das Haus von mehreren Seiten frei zugänglich ist und von jedem Fremden betreten werden kann, glaubt die Kripo an Brandstiftung. Ob das Feuer fahrlässig oder vorsätzlich entzündet wurde, sei schwer zu ermitteln.

Unklar ist daher laut seiner Auskunft bislang auch, ob das Haus überhaupt noch eine Stromversorgung hatte und somit ein technischer Defekt infrage käme. Nach ersten Schätzungen liegt der Sachschaden an dem „bereits zuvor schon sehr maroden Gebäude“, erklärt Lückenkemper, im fünfstelligen Bereich. Einsturzgefahr bestehe nicht.

80 Feuerwehrleute im Einsatz / B 516 bis morgens gesperrt

Mit einem Großaufgebot rückte die Feuerwehr der Stadt Rüthen aus. Vor Ort waren die Löschzüge 1 (Kernstadt) und 2 (Löschgruppen Drewer, Menzel und Oestereiden), das Team des Einsatzleitwagens sowie Helfer des DRKs Rüthen. Aus dem Löschzug 3 wurde zudem die Löschgruppe Kallenhardt in das Feuerwehrhaus in Rüthen beordert, um den so genannten Grundschutz für die Stadt sicherzustellen. „Immerhin hätte es ja zeitgleich zu anderen Einsätzen kommen können“, erläutert Feuerwehrsprecher Kevin Teipel. Im Einsatz waren 80 Feuerwehrleute und zwölf Fahrzeuge. Die B 516 war bis zum Morgen gesperrt.

„Da das Gebäude regelmäßig von Obdachlosen frequentiert wird, mussten wir davon ausgehen, dass sich Personen im Haus befinden. Daher haben wir umgehend einen Innenangriff vorgenommen und mit einer Wärmebildkamera nach Verletzten gesucht“, berichtet Wehrführer Philipp Büngeler als Einsatzleiter. Es wurden jedoch keine Menschen entdeckt.

Brand brach im Keller aus: Feuerwehr löscht Gerümpel 

Der Brand war im Keller ausgebrochen. Dort standen Matratzen, Möbelstücke und Müll in Flammen. Soweit möglich schafften die Feuerwehrleute das Gerümpel nach draußen und löschten es dort ab. Die Löschwasserversorgung wurde über die Entnahmestelle an der nahen Möhne hinter dem Sägewerk Fisch sichergestellt.

Starke Rauchentwicklung das Hauptproblem

Hauptproblem war jedoch die starke Rauchentwicklung. „Der Rauch verbreitete sich schnell über alle Räume“, berichtet Kevin Teipel. Hochdrucklüfter sorgten hier für Abhilfe. Um an verborgene Glutnester zu gelangen und diese ablöschen zu können, wurde die Zwischendecke mit schwerem Werkzeug geöffnet. Immer wieder traten solche Glutnester zutage, so dass zwar die ersten Einsatzkräfte am Donnerstagmorgen um 4 Uhr die Einsatzstelle verlassen konnten, eine Staffel aber noch bis 10 Uhr mit letzten Löscharbeiten beschäftigt war.

Unfalleinsatz hinterher

Unterdessen bekamen die Wehrleute noch zusätzlich zu tun: Um 6 Uhr ereignete sich auf der Kreuzung B 516/L 735 ein Verkehrsunfall. Der Fahrer eines Seats Alhambra, ein 39-jähriger Rüthener, hatte beim Abbiegen die Vorfahrt missachtet. Beim Zusammenstoß mit einem Toyota Landcruiser wurde er leicht verletzt. Der Sachschaden wird auf rund 10 000 Euro beziffert. Eine Löschgruppe aus Rüthen beseitigte Betriebsstoffe und reinigte die Fahrbahn.