Erich Fechner Retter aus höchster Schützennot

Armin Obalski
Kam, sah und zielte: Erich Fechner bewies am Gewehr ein sicheres Händchen. Im Hintergrund schaut ihm Bernhard Adams zu.
Kam, sah und zielte: Erich Fechner bewies am Gewehr ein sicheres Händchen. Im Hintergrund schaut ihm Bernhard Adams zu.
Foto: WP

Altenrüthen.  Nicht nur als Mann starken Worte, sondern auch als Mann der Tat erwies sich Erich Fechner beim Vogelschießen des Schützenvereins Altenrüthen. Er sorgte dafür, dass der Verein zu seinem 525-jährigen Bestehen nicht ohne König da steht und beendete ein Schießen mit Sonderstatus. Bei einer Dauer von zwei Stunden und 15 Minuten glich es über weite Teile mehr einer Hängepartie.

Trotz der Chance, als König im Jubiläumsjahr in die Analen einzugehen, wollte niemand den Titel so recht haben. Die Schießoffiziere Claus Wiegelmann-Marx und Christoph Adams waren dadurch phasenweise zur Untätigkeit verdammt, vor allem nachdem die Insignien gefallen waren.

Danach zierten sich die Schützen, beziehungsweise ließen sich gar nicht erst am Gewehr blicken. Da spielte es keine Rolle, ob Thomas Henne den von ihm gebauten Vogel besonders widerstandsfähig ausgerüstet hatte, wie Geschäftsführer Klaus Müller meinte. „Da ist aber eine Menge Putz drauf“, befand Müller mit Blick auf den wenig beschädigten Korpus. Diesem wollte einfach keiner zu Leibe rücken. Jeder reagierte schließlich auf seine Art auf die Misere: Die altgedienten Schützenbrüder Werner Adams und Adolf Blecke etwa rückten an, um ihrerseits ein, zwei Schuss auf den Vogel zu tun. Nur: Die Jüngeren machten es ihnen nicht nach. Schließlich traf sich der engere Vorstand schon zum Krisengespräch. Durchgespielt wurden Möglichkeiten, das fest ohne neuen König über die Bühne zu bringen ebenso, wie einen König ohne Königin zu akzeptieren, denn dafür gab es dem Vernehmen nach einen Aspiranten.

Doch noch spannend

Schließlich wurde es Erich Fechner zu bunt. Länger schon hatte er das Desaster aus nächster Nähe verfolgt. Dann machte er ernst, was umso höher einzuschätzen ist, da er schon 1997 die Königswürde errungen hatte. Schuss um Schuss gab er ab und traf bestens. Schließlich sprang ihm noch Bernhard Adams bei. Der Kreisoberst und langjährige, gerade erst am Jahresbeginn verabschiedete Oberst des Altenrüthener Schützenvereins mochte das Elend nicht mehr mit ansehen. Merklich wütend über die Verweigerung jüngerer Schützen griff er in das Geschehen ein, so dass sich doch noch ein spannender Wettkampf entwickelte.

Mit dem 177. Schuss war Schluss und Erich Fechner König. An der Seite des 58-jährigen Maschinenführers bei den MeisterWerken steht, wie schon 1997, seine Frau Elisabeth. Unterstützt werden sie von ihren Kindern Jessica (36), Astrid (32) und Eric (22).