Ein Rohbau mit klarer Perspektive

Anna Gemünd
LWL-Rehabilitationszentrum Südwestfalen
LWL-Rehabilitationszentrum Südwestfalen
Foto: WP
Eine klare Perspektive – die brauchen suchtkranke Menschen, die sich in einer Therapie befinden, mehr als alles andere. Altehrwürdige Bäume, ein grüner Park: Im übertragenden Sinne hat derjenige, der aus den Fenstern des Rehabilitationszentrums Südwestfalen blickt, diese klare Perspektive. Mittwoch wurde auf dem LWL-Gelände Richtfest gefeiert.

Warstein. „Die Menschen, die eine Entwöhnung machen, haben eine sehr lange Behandlungsdauer vor sich. Sie ist menschlich und fachlich sehr anspruchsvoll. Das Gebäude, was hier entsteht, wird dem gerecht. Es wird Geborgenheit geben“, diese treffenden Worte fand Chefarzt Bertrand Evertz zu der kleinen Feierstunde auf der imposanten Baustelle. Dr. Josef Leßmann als ärztlicher Direktor hatte zuvor deutlich gemacht, zu welchem Anlass sich die Mitarbeiter, Handwerker, Architekten und Patienten eingefunden hatten: „Heute ist der Tag für Sie, Sie sollen das genießen.“ Bewusst klein gehalten war der offizielle Teil, im Mittelpunkt stand vielmehr ein gemeinsames Feiern des bisher Erreichten. 6000 Quadratmeter Fläche sind ein Jahr nach der Grundsteinlegung nun im Rohbau fertig gestellt.

Gelungene Integration

Eine Baufläche, die sich gut in die sie umgebende denkmalgeschützte Atmosphäre der alten Klinik-Gebäude einfügen wird – davon zumindest ist der Kaufmännische Direktor der LWL-Klinik Warstein, Helmut Bauer, fest überzeugt: „Die hier erfolgte Umsetzung, ein modernes Gebäude durch gläserne Verbindungsgänge an bestehende Altgebäude anzuschließen, kann durchaus als Zukunftsmodell für künftiger Baumaßnahmen dieser Art gelten.“ Das Rehabilitationszentrum habe einen „sehr hohen Stellenwert im LWL-Regionalnetz“, so Bauer weiter, „wir betreuen im Suchtbereich rund 25 000 Fälle im Jahr. Dafür haben wir 111 Gebäude zur Verfügung. Ich freue mich sehr, dass mit diesem Gebäude die Nummer zwölf hinzu kommt.“ Nachdem der Rohbau nun abgeschlossen ist, geht es jetzt an die Inneneinrichtung. Geplant ist ein Eröffnung im August 2015. Die Kosten für das Gesamtprojekt betragen 11,2 Millionen Euro, die überwiegend aus einem Darlehen des Landschaftsverbands finanziert werden.