Ein Denkmal für die tatkräftige Eva Risse

Dachdeckermeisterin Eva Risse und Wirtschaftsminister Voigtsberger
Dachdeckermeisterin Eva Risse und Wirtschaftsminister Voigtsberger
Foto: WP

Die Warsteiner Dachdeckermeisterin Eva Risse ist das Gesicht der neuen Kampagne „Wir machen Gründer groß“, mit dem das Land Mut zur Unternehmensgründung machen will – insbesondere bei Frauen. Wirtschaftsminister Harry K. Voigtsberger übergab heute in Lippstadt eine lebensgroße Aluminium-Statue von Eva Risse.. Die Warsteiner Dachdeckermeisterin Eva Risse ist das Gesicht der neuen Kampagne „Wir machen Gründer groß, mit der um Existenzgründer geworben wird.

Eine Jury der Wirtschaftsförderungen hatte vorgeschlagen, der 39-Jährigen ein Denkmal zu setzen. Sie hatte 2003 den elterlichen Betrieb übernommen, als dieser in einer wirtschaftlichen Krise war. Eigentlich Medizinisch-Technische Assistentin, machte sie beim Vater eine Dachdecker-Ausbildung, bildete sich zur Betriebswirtin im Handwerk fort, alles in einer Rekordzeit von dreieinhalb Jahren. Seinerzeit gab es noch keine Startercenter, die helfen konnten – so machte auch Eva Risse damals Fehler: „Das würde ich heute anders machen“, sagte sie. Existenzgründern empfiehlt sie, alle Möglichkeiten der Beratung in Anspruch zu nehmen.

Drei Viertel aller neuen Arbeitsplätze in NRW entstehen durch Neugründungen, sagte Wirtschaftsminister Harry K. Voigtsberger – im letzten Jahr gab es 90 000 Neugründungen in NRW, plus vier Prozent gegenüber 2008. Die Tendenz in 2010 sei weiter steigend. Wichtig sei es, so Voigtsberger, „das Engagement, die Ideen und die Begeisterung aufzugreifen und mit Qualität zu begleiten“.

Der Minister sicherte zu, weiter die Finanzierungsmöglichkeiten zu verbessern. Als besonders effektiv hat sich die Vergabe kleiner, so genannter Mikrodarlehen erwiesen. Besser ausgeschöpft werden müsse das Potenzial bei Frauen und Migranten. Derzeit sind nur 30 Prozent der Neugründer Frauen – ein Beispiel wie das von Eva Risse könne da nur Mut machen: „Nichts ist so erfolgreich wie ein Vorbild.“

Im Handwerk etwa, so Dietmar Barfuss, Hauptabteilungsleiter der Handwerkskammer Dortmund, gebe es zwar 2773 inhabergeführte Betriebe im Kreis Soest, aber nur knapp 21 Prozent davon werden von Frauen geführt. Bei seiner Kammer gab es in diesem Jahr, neben 90 Beratungen zur Existenzfestigung, auch 27 Existenzgründungsberatungen – zehn davon waren Friseurinnen. Eine Chefin wie Eva Risse in einem echten typischen Männerberuf sei selten.

Berater helfen fünf Jahre

„Wir brauchen jeden Einzelnen“, betonte der Arnsberger IHK-Präsident Ralf Kersting. Aber: „Es ist ein hartes Durchbeißen.“ Wichtig sei es, für Gründer einen bedarfsorientierten Businessplan zu entwickeln, um auf Augenhöhe mit Banken verhandeln zu können. Die Startercenter helfen hier, klären Liquiditätsfragen, helfen bei Rentabilitätsprognosen, beim Marketing. Im ersten Halbjahr 2010 wurde diese Hilfe im IHK-Bereich bereits in über 1000 Fällen in Anspruch genommen. Noch fünf Jahre nach der Gründung stehen die Starter-Berater helfend zur Seite.

Alle Gründungsinteressierten sind am 17. November zu einem ersten „Gründertag“ der Startercenter nach Lippstadt eingeladen. Von 9 bis 17 Uhr gibt es im „Cartec“ Vorträge und Messestände.

Dort ist dann nicht nur das Denkmal von Eva Risse zu sehen: Sie kommt auch selbst, gibt Tipps und berichtet über ihren Weg in die eigene Unabhängigkeit.

 
 

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