Drewer Steinbruch: Geocacher wehren sich gegen Vorwürfe

Das „Gefängnis-Tor“: Ein Geocachingpunkt in Warstein, der laut Cachern aber nur noch als „Earth-Cache“ existiert.
Das „Gefängnis-Tor“: Ein Geocachingpunkt in Warstein, der laut Cachern aber nur noch als „Earth-Cache“ existiert.
Foto: WP

Warstein.. In vielen, bundesweiten Geocaching-Foren entbrannte seit unserem Bericht zum Drewer Steinbruch am vergangenen Donnerstag eine rege Diskussion. Die Cacher wehren sich dagegen, verantwortlich für die Einbrüche in das Naturschutzgebiet zu sein. Auch Sachgebietsleiter Alfred Bathe sagt: „Es gibt keinen Generalverdacht gegen Geocacher.“

Der Cache, der viele GPS-Schnitzeljäger an die Steinbruchkante lockt, ist nämlich seit über einem Jahr ein so genannter „Earth-Cache“. Das bedeutet, es handelt sich um einen virtuellen Punkt und nicht um ein verstecktes Behältnis. In den meisten Fällen fotografieren sich die Cacher (oder zum Beispiel das GPS-Gerät) vor dem betreffenden Ort. Die Überwindung des Einfriedungszauns ist also für die Erledigung dieses Caches nicht notwendig.

Sachgebietsleiter Alfred Bathe mischte sich mit in die Diskussion ein und warnte die User davor das eingezäunte Naturschutzgebiet zu betreten. Zitat Bathe: „An den Steilwänden besteht akute Absturz- und somit Lebensgefahr. Vor kurzem wurde bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Arnsberg Strafantrag gegen Unbekannt gestellt, da vermutlich ein Geocacher versucht hat, in das Gelände einzudringen.“

Vermutlich, denn die Tatsache, dass Angelverein-Vorsitzender Theo Becker zwei - nach eigenen Aussagen - Geocacher mit Bergsteigerausrüstung am Steinbruch antraf, bedeutet nicht zwangsläufig, dass auch Cacher für die Verwüstungen in der Vergangenheit verantwortlich waren.

Auch wenn einer unter vielen erbosten Geocachern auf der Internetseite www.geoclub.de andeutet, dass es bis zum 1. September 2010 noch einen „Klettercache“ im Steinbruch gegeben habe. Der User Monster S4R schreibt: „Der Klettercache im Steinbruch ist seit über einem Jahr disabled, seit Januar endgültig dicht und meines Wissens seit dem 1.September 2010 nicht mehr aufgesucht worden.“ Zu diesem Zeitpunkt war der Steinbruch aber bereits ein Naturschutzgebiet.

Sachgebietsleiter Alfred Bathe stellte gegenüber der WAZ-Mediengruppe noch einmal klar: „Was die Staatsanwaltschaft nun tut, kann ich nicht sagen. Ich denke, dass natürlich auch viele andere für die Vorfälle an der Abbruchkante verantwortlich sein können. Nur weil sich dort ein für Geocacher attraktiver Punkt befindet, heißt das ja nicht, dass die Geocacher auch die Verursacher sind.“

Eine Rückverfolgung von Personen, die sich in den besagten Foren verewigt haben, ist laut Bathe nicht mehr möglich. Auf einer der Internetseiten wird ein gewisser EUPossi als Gründer dieses Caches angegeben. So wie Bathe sehen es auch die meisten Cacher, die in den Foren wütend gegen den aus ihrer Sicht entstandenen Eindruck vorgehen, dass Geocacher „böse Umweltzerstörer“ seien wie der User Cicero14513 schreibt. Die Faszination am Geocaching besteht für viele Aktive an der Verknüpfung zwischen der GPS-Suche und dem Entdecken der Natur. Vor allem in Warstein sind auf den Caching-Karten wunderbare und malerische Orte vermerkt, die immer einen Besuch wert sind.

Kommentar:


Tolles Hobby pflegen
Geocacher stehen nicht unter Generalverdacht

Geocaching ist zu einer beliebten Trendsportart geworden. Es verbindet das Abenteuer einer GPS-Schatzsuche und den gesunden Aufenthalt in der freien Natur. Warstein bietet zahlreiche Möglichkeiten interessante Caches zu platzieren und aufregende Touren zu unternehmen.

Die Tatsache, dass der Drewer Steinbruch ein Geocaching-Punkt ist, bedeutet selbstverständlich nicht, dass es auch Cacher waren, die den Einfriedungszaun durchbrochen haben. Es waren vermutlich auch keine Cacher, die im Sommer 2010 einen Pkw in der sogenannten „Blauen Lagune versenkt“ haben.

Wer sich an die Regeln hält und den Cache so erledigt wie er ausgewiesen ist, verletzt keine Regeln und pfeift auch nicht auf den Naturschutz.

Es ist dennoch gefährlich, dass es mal einen Punkt dort gegeben hat, der erklettert werden musste. Immerhin bis September 2010, wie es auf der Plattform www.geoclub.de heißt.

Wie auch immer: Caching-Freunde in der Region sollten ihr tolles Hobby weiter pflegen und sich nicht pauschal verdächtigt fühlen.

 
 

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