Drei Kommunen, ein Gerätewagen

Die Bürgermeister Peter Weiken (Rüthen), Heinrich Holtkötter (Anröchte) und Manfred Gödde (Warstein, v.l.) unterzeichneten die Vereinbarung zur Kooperation.
Die Bürgermeister Peter Weiken (Rüthen), Heinrich Holtkötter (Anröchte) und Manfred Gödde (Warstein, v.l.) unterzeichneten die Vereinbarung zur Kooperation.
Foto: WP

Anröchte / Rüthen / Warstein..  Nicht nur wenn’s brennt kommt die Feuerwehr. Die Helfer haben immer mehr Aufgaben übernommen, etwa dann, wenn gefährliche Güter im Spiel sind: Das hat auch zur Folge, dass die Feuerwehren spezielle Geräte benötigen, die zwar zum Glück selten benötigt werden, aber reichlich teuer sind.

Was in anderen Bereichen oft nur schwer machbar ist, wird nun aber Realität: Anröchte, Rüthen und Warstein kooperieren beim Gerätewagen Gefahrgut (GWG). Der ist künftig in der Gemeinde Anröchte stationiert, aber auch für die Kommunen Rüthen und Warstein zuständig.

Solch eine Kooperation, lange diskutiert und vorbereitet, lässt sich natürlich nicht „so nebenbei“ schließen: Die Vertreter der Kommunen und der jeweiligen Feuerwehren unterzeichneten dazu im Anröchter Rathaus eine „öffentlich rechtliche Vereinbarung“. Das reicht allerdings noch immer nicht, damit die Neuregelung in Kraft treten kann: Zunächst geht die Regelung zum Kreis Soest, der wiederum zustimmen und die Vereinbarung veröffentlichen muss, ehe dann die einzelnen Kommunen den Vertrag im jeweiligen Amtsblatt bekanntmachen können, damit es am 1. Januar 2013 tatsächlich los geht.

Ralf Hüls (Gemeinde Anröchte) betonte bei der Unterzeichnung, dass die gefundene Regelung viel Geld einspare – eine ähnliche Lösung wird auch für die Bereiche Werl, Soest sowie Geseke/Erwitte/Lippstadt angestrebt. Leider, Hüls betonte das Wort ausdrücklich, habe es nicht geklappt, das Fahrzeug über den Kreis zu finanzieren. Hier müssten 30.000 Einwohner aus drei Kommunen die Kosten aufbringen, „woanders tragen das 100.000“. Da gleichwohl ein Fahrzeug (in Warstein) eingespart werde, seien rund 350.000 Euro weniger zu finanzieren. Hüls: „Wir haben da einen ordentlichen Kompromiss ausgearbeitet.“ Die politischen Gremien hätten daher auch einstimmig zugestimmt. Möglich ist die Zusammenarbeit, weil für den Gefahrgut-Wagen die Acht-Minuten-Regelung (Zeit bis zum Eintreffen am Unglücksort) nicht gilt. Aber gleichwohl sein die Zusammenarbeit noch ausbaufähig.

Auch wenn es für die Kommunen Neuland sei – „die Feuerwehren leben das schon“, verwies Kreisbrandmeister Thomas Wienecke auf andere Bereiche.

Auch für Warsteins Bürgermeister Manfred Gödde ist es wichtig, dass die Wehren zusammenarbeiten: „Eine wunderbare Sache!“ Alles habe „super geklappt“, ergänzte Rüthens Amtskollege Peter Weiken das Fazit, betonte zugleich, dass „interkommunale Zusammenarbeit nicht das Allheilmittel“ sei, aber es gebe sinnvolle Bereiche, wie etwa die Höhenretter (dort sind die Oestereider engagiert). Ein anderes Beispiel: Wird in Effeln die Feuerwehr gerufen, kommt oft Hilfe (auch) aus dem Nachbarort Drewer. Weiken betonte zugleich, dass die Feuerwehrarbeit den Kameraden auch Spaß machen müsse – es handele sich schließlich ausschließlich um Freiwillige.

Und da liegen auch die größeren Probleme für die Helfer: Es gibt weniger Kameraden in den Wehren, die Spezialisierung nimmt zu und zwischen 7 und 17 Uhr sind auswärts arbeitete Feuerwehrleute nicht einfach einzusetzen, erläuterte Wienecke die bleibenden Probleme. Da von Anröchte aus das GWG-Fahrzeug (besetzt mit ausgebildeten Kameraden aus Anröchte und Warstein) auch für die Autobahn A44 in Richtung Geseke sowie Soest-Soest zuständig ist, bedeutet dies eine zusätzliche Herausforderung.

Problem mit der Refinanzierung

Und auch die Kommunen haben zu kämpfen, was die Refinanzierung anbelangt, klagte Anröchtes Bürgermeister Heinrich Holtkötter. Das werde nämlich politisch ausgeklammert. Aus seiner Sicht müsse man bei technischer Hilfeleistung den Kommungen eine wesentlich bessere Kostenerstattung erlauben, schließlich handele es sich da meist um Versicherungsleistungen.

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