Dieser Stützpunkt

Foto: WP

Lippstadt. Vorbei ist hier die Zeit des Spritzenhauses, vorbei die des Gerätehauses – die Zukunft gehört dem gemeinsamen Feuerwehrstützpunkt. Dieser ist in Eickelborn jetzt eingeweiht worden. Drei Löschgruppen finden darin eine neue Heimat.

Ausdrücklich wird der neue „Feuerwehrstützpunkt West“ anderen Städten als Beispiel empfohlen: Stadtbrandinspektor Hubert Diederich meinte, hier zeige sich, wie man Kräfte konzentrieren könne; Kreisbrandmeister Thomas Wienecke betonte, „dieses Modell hat Vorbildcharakter auch für den Kreis Soest“. Beide räumten mit der Spekulation auf, es habe intern Ärger gegeben: Nein, es gab keine Austritte aus den Feuerwehren vor Ort. Auch Reibereien jetzt schloss Diederich aus: „Nein, es sind alles erwachsene Menschen.“ Dass sie es gemeinsam können, stellten die 80 Ehrenamtlichen ja schon unter Beweis – 2000 Stunden steckten sie an Eigenleistung in ihren Stützpunkt.

Formell bleiben alle drei Löschgruppen Eickelborn, Benninghausen und Lohe selbstständig und haben jeweils noch ein eigenes Büro und einen Lagerraum. Alle drei blicken übrigens in diesem Jahr jeweils auf ihr 100-jähriges Jubiläum zurück. Aber alle drei arbeiten künftig eng zusammen. Lippstadts Bürgermeister Christof Sommer sprach bei der Schlüsselübergabe von einem „deutlichen Sicherheitsgewinn“ und dem „Start für eine neue Ära“.

Entstanden ist der Feuerwehrstützpunkt durch den Umbau des ehemaligen, unwirtschaftlich gewordenen Hallenbades. 1,25 Millionen Euro investierte die Stadt. Vor zehn Jahren war erstmals daran gedacht worden, eine gemeinsame Lösung zu suchen.

Die Notwendigkeit erläuterte Michael König, der ehemalige Zugführer des Zuges VI, den die drei Löschgruppen gemeinsam bilden: Wegen der Entfernung zur Hauptwache in Lippstadt sei im westlichen Stadtgebiet in der Vergangenheit die Einhaltung der Hilfsfrist von acht Minuten „regelmäßig nicht möglich gewesen“. Hinzu kam die besondere Gefahrenlage im Westen mit den Einrichtungen des Landschaftsverbandes – in Eickelborn und Benninghausen der Psychiatrischen Klinik, in Eickelborn dazu auch die besonders gesicherte Klinik für psychisch kranke Straftäter. Die drei Löschgruppen haben mit 35 bis 45 Alarmierungen im Jahr überdurchschnittlich viele, die meisten in den LWL-Kliniken.

 
 

EURE FAVORITEN