Der richtige Mann auf der Kommandobrücke

Keine Frage, die Warsteiner Brauerei befindet sich in schwerer See. Die Zeiten, wo sie mit Kapitän AC am Steuer der Konkurrenz federleicht davonsegeln konnte, sind eh schon seit Jahren, ja seit Jahrzehnten Geschichte. Gründe, warum das einstige Flaggschiff der deutschen Brauerszene die Mitbewerber wie Krombacher, Veltins und auch Bitburger hat an sich vorbeiziehen lassen müssen, gibt es viele.


Einige sind hausgemacht und damit am ehesten zu beheben. Andere sind schwer erklärbar: unterliegen oft Gesetzen, die eher in den Bereich des Irrationalen gehören. Etwa, dass der Kunde eine Preiserhöhung brutal abstraft, die die Konkurrenz bereits Monate zuvor vorgenommen hat. Da schlägt dann die inzwischen weit verbreitete „Geiz-ist-geil“-Mentalität der Schnäppchenjäger voll in die Auftragsbücher und lässt das Brauerei-Management weitgehend ratlos zurück.


Mit Martin Hötzel, dem neuen Manager für Vertrieb und Marketing, steht nun ein Mann auf der Kommandobrücke, der die Brauerei klug wieder auf Kurs bringen soll. Wer ihn erlebt, wer erfährt, wie er schon nach relativ kurzer Zeit „das Warsteiner“ lebt, bekommt das Gefühl, dass er ein Glücksfall für die Brauerei sein kann. Aber Hötzel ist erfahren genug, um zu wissen, dass es ein weiter und mitunter auch steiniger Weg werden wird. Der wird auch schmerzhafte Veränderungen mit sich bringen, um das Aushängeschild dieser Stadt wieder in die Erfolgsspur zu bringen. Die Anfänge dazu sind gemacht. Man darf gespannt sein, wo die Warsteiner Brauerei in ein paar Jahren steht und welche Rolle sie im Konzert der deutschen Brauerei-Landschaft dann spielen wird.


Für die Stadt, für die Menschen, die hier leben (und ihre Brauerei lieben), aber natürlich für den gesamten Mitarbeiterstab wäre es zu wünschen, wenn sie dann wieder so golden wie auf ihren Etiketten strahlen würde.

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