Der Nabel der Schützenwelt ist in Lippstadt

Lippstadt..  „Die Leidenszeit ist vorbei“, meinte Kreisoberst Bernhard Adams zur Begrüßung der Delegierten zur Delegiertenversammlung in der Südlichen Schützenhalle. Sicherlich ein Grund zur Freude für die Gesandten der 66 Mitgliedsvereine im Kreisschützenbund Lippstadt. Doch für die Schützen gab es im vergangenen Jahr nicht immer Grund zum Jubeln.

Bundesoberst Martin Tillmann griff in seinem Grußwort die verschiedenen aktuellen Schlagzeilen auf: Da hieß es, Vereine und Bruderschaften verlieren ihre Gemeinnützigkeit, wenn sie keine Frauen aufnähmen. Er habe im Prinzip nichts gegen Frauen in den Schützenreihen, sagte Tillmann, aber die Vereine seien reif genug, selbst darüber zu entscheiden. Eine Gängelung durch Düsseldorf werde es mit ihm nicht geben.

Lärmschutz

Das zweite unsägliche Thema, die Veränderung der Lärmschutzrichtlinien sei da schon eine größere Hürde. Mit 55 db ab 24 Uhr in der Spitze, seien die Veranstaltungen substanziell bedroht, fürchtet der oberste Hüter der Schützen. „Wir müssen am Thema bleiben, appellierte Tillmann, „damit wir weiter Schützenfeste feiern können“. Das sah auch Landrätin Eva Irrgang so. Sie bleibe in dieser Frage im Dialog.

Etwas anders wäre auch kaum zu verstehen, schließlich ist Lippstadt in diesem Jahr der Nabel der Schützenwelt, wie es Bürgermeister Christoph Sommer formulierte. Immerhin lädt Lippstadt zur EGS-Frühjahrstagung, und zu einer Bundesversammlung. Und schließlich findet im Nachbarort Bad Westernkotten das Bundesschützenfest statt.

Mit dem Rad nach Hannover

Die Delegiertenversammlung schaute aber nicht nur nach in die Zukunft. Kreisgeschäftsführer Franz Westermann lieferte einen eindrucksvollen Geschäftsbericht über das abgelaufene Schützenjahr, in dem das Europaschützenfest in Peine – ein Schütze radelte nach Hannover, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und um für Nachbarn in Not 500 Euro zu sammeln – sicherlich als das größte Fest des Jahres zählt.

Auch als absolut gelungen geht das 29. Kreisschützenfest in Dedinghausen in die Analen des KSB ein. Dieter Bläsing vom Schützenverein Mönninghausen/Bönninghausen holte sich mit dem 255. Schuss die Kreiskönigswürde.

Nachbarn in Not

Das Hilfsprojekt der Schützen „Nachbarn in Not“, geleitete von Kreisehrenoberst Karl-Heinz Benteler, konnte in 71 Fällen mit insgesamt 9500 Euro Menschen aus der Not helfen. Beim Bundespokalschießen in Dortmund gingen die Sportschützen mit 4219 Ringen nach Hause. Das heißt erneut Platz 1.

Allerdings werde der Abstand zum zweiten Platz immer enger, so die Sportschützen. Und schließlich nahmen 450 Jungschützen am Kreisjungschützentag in Störmede teil. Jan Fecke aus Ehringhausen erkämpfte sich mit dem 137. Schuss die Kreisjungschützenkönigswürde.

Als Beisitzer gestärkt sind Josef Freund und Bernd Gerken.

 

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