Der Feierlichkeit des Augenblicks bewusst

St Pol Gödde
St Pol Gödde
Foto: WP
Es war eine ganz besonders festliche Stimmung, in der Freitag der Gedenktag zu 70 Jahre Kriegsende und damit 70 Jahre Frieden zwischen den beiden Nationen begangen wurde. Ein hoher Feiertag ist der 8. Mai in Frankreich, die Gedenkfeier am Ehrenmal folgt einem strengen Protokoll.

Warstein/St. Pol. Auf dem Rathausvorplatz versammelten sich die festlich gekleideten Menschen zu Beginn, die Veteranen in Uniform, ebenso die Feuerwehrleute. Unter den Klängen der Harmonie St. Pol setzte sich der Festzug in Bewegung, die Kinder der Grundschule vorne weg. Seit drei Jahren gestalten diese unter Leitung von Martine Dussart und Marie-Christine Crepin, der Tochter von Marie-France Acquart, den Festakt mit.

Ganz ruhig standen die Kinder, als die Bürgermeister Maurice Louf und Manfred Gödde, begleitet von ihrem italienischen Kollegen Luciano Pugliese aus Pietrapaola, den Kranz am Ehrenmal niederlegten, anschließend mit einem Blumengebinde zum Bahnhof schritten. Auch dort gibt es eine kleine Gedenkstätte, wurde der Bahnhof doch vom Bombardement der Briten im 2. Weltkrieg stark beschädigt. Viele Eisenbahner sind damals umgekommen. Dann kam die Stunde der Kinder, die zunächst das Lied der Partisanen sangen, anschließend die französische und deutsche Nationalhymne vortrugen -- und das komplett aus dem Gedächtnis.

Der Feierlichkeit des Augenblicks bewusst, standen die Kinder weiter still – auch, als der Protokollchef, ein Veteran, eine Standarderklärung verlas und Bürgermeister Maurice Louf anschließend ans Mikrofon trat, um nicht nur protokollarische, sondern auch, um warme persönliche Worte zu sprechen. Dabei betonte er, dass Charles De Gaulle und Konrad Adenauer mit der Deutsch-französischen Freundschaft gleichsam das Fundament für das heutige Europa gelegt haben. Einer Freundschaft, wie sie an diesem Wochenende auch in St. Pol sichtbar wird, wo das 50-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft begangen wird. „Die Freundschaft zwischen den Städten ist eine Freundschaft zwischen den Menschen.“ Diese habe sich längst zu einer europäischen Freundschaft ausgewachsen, sei doch auch der Amtskollege aus Pietrapaola anwesend.

Ganz fasziniert waren die deutschen Eltern und Großeltern von deren Disziplin. „Meine Enkel hätten nie so lange still gestanden“, meinte Doris Berghoff.

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