Den Schmerz einfach abschalten

Schmerztherapie am Warsteiner Krankenhaus Maria Hilf: Dr. Thomas Schumacher mit den Pain Nurses Melanie Rautert, Anke Klare und Petra Jochim
Schmerztherapie am Warsteiner Krankenhaus Maria Hilf: Dr. Thomas Schumacher mit den Pain Nurses Melanie Rautert, Anke Klare und Petra Jochim
Foto: WP
Das Krankenhaus „Maria Hilf“ hat für die Schmerztherapie chronisch kranker Menschen speziell geschulte Krankenschwestern ausbilden lassen. Die sollen ihr Wissen an die Patienten weitergeben.

Warstein..  Ach wenn es doch so einfach wäre: Mit einem simplen Knopf den Schmerz einfach abschalten. Aber weil es eben so einfach nicht geht, geht das Krankenhaus „Maria Hilf“ bei der Schmerztherapie chronisch kranker Menschen neue Wege und hat dafür eigens drei so genannte „Pain Nurses“ ausbilden lassen.

Also Krankenschwestern, die in der Behandlung von Schmerzen noch einmal ganz speziell geschult worden sind und dieses Wissen nun an die Patienten weitergeben. „Wir haben dafür in den vergangenen Jahren ein äußerst engagiertes Team aufgebaut“, erklärt Dr. Thomas Schumacher. Als Anästhesist und Intensivmediziner liegt ihm die Thematik ganz besonders am Herzen.

Mit der „Multimodalen Schmerztherapie“, die in Maria Hilf angeboten wird, hat man nun ein Angebot im Portfolio, das ganz besonders auf Patienten zugeschnitten ist, die unter chronischen Schmerzen leiden. Das können Schmerzen nach Operationen ebenso sein wie bei chronischen Erkrankungen (zum Beispiel Rheuma), aber auch bei Krebserkrankungen.

„Schmerz“, weiß Dr. Schumacher, „hat immer auch etwas mit dem Kopf zu tun.“ Das kann man schon bei kleinen Kindern beobachten, wenn sie sich wehgetan haben: Oft reicht es dann schon aus, wenn auf de schmerzende Stelle gepustet und das Kind liebevoll in den Arm genommen wird. Dr. Schumacher: „Es ist wichtig, bei der Schmerzlinderung verschiedene Systeme im Körper durch positive Ablenkung zu aktivieren.“

Zuwendung und Zuneigung spielen daher auch in der Schmerztherapie eine wichtige Rolle. „Die Patienten sollen sich angenommen und ernst genommen fühlen“, nennt Pain Nurse Petra Jochim eines der Grundprinzipien. „Unser Ziel ist es, in der Schmerztherapie wieder Lebensqualität und Lebensfreude zu steigern.“ Um dieses Ziel zu erreichen, kommt neben den klassischen Schmerzmitteln wie Spritzen und Medikamenten eine Kombination aus Psycho-, Bewegungs-, Kunst-, Physio und/oder Ergotherapie zum Einsatz.

Dr. Schumacher: „Chronische Schmerzen lösen häufig eine Kettenreaktion aus. Es entwickelt sich ein Teufelskreis; die Betroffenen ziehen sich oft immer mehr zurück, lassen in der Leistung nach und nehmen nur noch eingeschränkt am Leben teil.“ Deshalb kommt den unterschiedlichen Therapieformen eine so große Bedeutung zu. Gerade durch den Einsatz von sportlichen Aktivitäten lösen sich die Betroffenen häufig aus ihrer Isolation und gewinnen den Spaß am Leben zurück.

Viele der in der Schmerztherapie erlernten Kniffe können die Patienten auch problemlos zuhause oder in ihrem Arbeitsumfeld anwenden. Dr. Schumacher erklärt: „Es ist wichtig, dass die Patienten sich in dem Ausgeliefertsein des Schmerzes selber helfen können.“

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