Das Wohl der Mitarbeiter immer im Blick

Paul Cramer 100. Geburtstag
Paul Cramer 100. Geburtstag
Foto: WP
Der Unternehmer und leidenschaftliche Brauer Paul Cramer machte die Warsteiner Brauerei über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Am kommenden Montag, 12. August, wäre der ehemalige Senior-Chef 100 Jahre alt geworden.

Warstein.. Als Paul Cramer im Jahr 1953 zusammen mit seinem Bruder Josef die Gesamtleitung der Warsteiner Brauerei übernahm, konnte niemand ahnen, welche unternehmerische Erfolgsstory folgen sollte. Aus dem kleinen sauerländischen Familienbetrieb mit 25 Mitarbeitern und einem Jahresausstoß von 20.000 Hektolitern im Jahr 1947 wurde eine technisch hochmoderne Brauerei, deren Pilsener auch weit über die regionalen Stadtgrenzen hinaus ihre Abnehmer fand. Den Grundstein dieser Entwicklung hatte zuvor Albert Cramer, der Vater der beiden Brüder, gelegt. Dieser verstarb im Juli 1953 kurz vor seinem 80. Geburtstag.

Traumziel: 100.000 Hektoliter

Seit den 1950er Jahren zielte die Warsteiner Brauerei auf das damalige Traumziel von einem Jahresausstoß von 100.000 Hektolitern ab; ab dieser Menge durfte man sich als Großbrauerei bezeichnen. Schneller als erwartet wurde dieses Ziel unter der Leitung der Brüder Paul und Josef Cramer im Jahr 1960 erreicht. Von ihren Mitarbeitern, Partnern und Wettbewerbern als kongeniales Duo geschätzt und respektiert, führten die zwei Brüder das ihnen anvertraute Familienunternehmen in den Folgejahren in immer größere Dimensionen.Mitten in dieser Aufbruchsphase erlag Josef Cramer im Oktober 1962 im Alter von nur 45 Jahren einem Nierenleiden. Paul Cramer, der den Betrieb von da an als alleiniger Geschäftsführer fortführte, war in erster Linie Braumeister und Techniker. Er hatte früh erkannt, dass der Erfolg der Brauerei untrennbar mit der Qualität ihres Produkts verbunden war. Mithilfe seines umfangreichen Brauwissens, eiserner Leistungsbereitschaft und unternehmerischer Voraussicht entwickelte sich „Warsteiner“ als Spitzenpilsener zu einer Biermarke mit überregionaler Bedeutung und Verbreitung.

40. Jubiläum als Highlight

Besonders am Herzen lag Paul Cramer dabei das Wohl seiner Mitarbeiter. Die betriebsinterne Altersvorsorge ging ebenso wie die Zahlung übertariflicher Löhne auf seine Initiative zurück. Viele ehemalige Mitarbeiter der Brauerei erinnern sich noch gerne an das 40-jährige Braumeisterjubiläum ihres Vorgesetzten zurück. Zu diesem Anlass hatte Paul Cramer 1982 alle Braumeister der Warsteiner Brauerei in die Domschänke zu einem deftigen Buffet eingeladen. „Paul Cramer ist trotz seines Wohlstandes immer ein Mensch unter Menschen geblieben“, erinnert sich Karl-Heinz Hoppe, der in den 1980er Jahren als junger Betriebskontrolleur in der Brauerei arbeitete und heute in der Abteilung Forschung und Entwicklung tätig ist.

Engagement als Ratsherr

Privat war Paul Cramer passionierter Jäger und Heger im Arnsberger Wald. Darüber hinaus interessierten ihn besonders die Belange der Stadt Warstein. In seiner Funktion als Ratsherr engagierte er sich für eine positive Entwicklung seiner Heimatregion. Ebenso unvergessen bleiben seine Verdienste, die er als Vorsitzender des Verkehrsvereins erworben hat. Auch seine Verbundenheit mit den heimischen Vereinen hat er stets offen bekundet und in vielen Funktionen mitgearbeitet.

Stiftung ihm zu Ehren

Am 27. März 1985 verstarb Paul Cramer im Alter von 71 Jahren. Die Nachricht vom Tod des Senior-Chefs löste bei Familienangehörigen und Mitarbeitern der Warsteiner Brauerei Bestürzung und Trauer aus. Etwa 1.500 Trauergäste nahmen an der anschließenden Beisetzung auf dem Warsteiner Friedhof teil.

Am kommenden Montag wäre Paul Cramer 100 Jahre alt geworden. Sein Sohn Albert Cramer, der den Familienbetrieb in achter Generation fortführte, gründete im Jahr 1998 zu Ehren seines Vaters die „Paul-Cramer-Stiftung“, mit deren Hilfe bereits viele kulturelle und gesellschaftliche Initiativen in der Region finanziell unterstützt wurden.

 
 

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