„Cocolores“ vor dem sicheren Tod gerettet

Monika Schulte
Kätzchen Cocolores am StimmSTamm gefunden
Kätzchen Cocolores am StimmSTamm gefunden
Foto: WP
Ein klägliches Miauen war am Wochenende im ehemaligen Gasthaus am Stimmstamm zu vernehmen. Eine kleine schwarze Katze, nur einige Wochen alt, saß dort fest und fand keinen Weg, sich aus ihrer misslichen Lage zu befreien.

Warstein.  Die Kellertür – und damit der Weg in die Freiheit – war zwar geöffnet. Doch der Keller stand knöcheltief unter Wasser.

Soviel vorweg, die Geschichte hat ein gutes Ende genommen, heute ist die kleine Katze in Obhut der Katzenhilfe Hochsauerland. Von den Mitarbeiterinnen erhielt sie auch einen Namen: Cocolores vom Stimmstamm.

Genau dort, am Stimmstamm, war einem Wanderer am Samstag die offene Kellertür des ehemaligen Gasthauses aufgefallen. Die Neugier packte ihn und er ging ins Innere. Das klägliche Miauen der kleinen Cocolores war nicht zu überhören. Nach einiger Suche fand der Mann das Katzenbaby in der oberen Etage unter einer großen Kommode kauernd.

Er hatte nichts dabei, mit dem er das Kätzchen hätte transportieren können. Daher versuchte er, ein Tierheim anzurufen. Dort war jedoch am Samstagabend niemand zu erreichen, daher meldete er sich bei der Katzenhilfe Hochsauerland in Nuttlar. Die Mitarbeiter dort rücken zu jeder Tages- und Nachtzeit aus, wenn ein Tier in Not ist.

Gegen 20 Uhr machte sich Vereinsvorsitzende Iris Reuer mit einer Begleiterin auf den Weg zum Stimmstamm.

„Erst ließ sie sich nicht rauslocken“, berichtet Hildegard Lahl von der Katzenhilfe. Gutes Zureden half nichts, die Angst der Katze war zu groß. Doch schließlich schafften es die Katzenprofis des Vereins, sie in eine Box zu bugsieren.

Was dann folgte, war nicht minder schwierig. Mit der Katzenbox mussten die beiden Frauen über eine Treppe ohne Geländer und durch den dunklen Keller durchs Wasser ins Freie gehen.

Großen Hunger gestillt

Seit der Rettungsaktion lebt Cocolores in Nuttlar. Dort wurde zunächst ihr großer Hunger und Durst gestillt. Die junge Katzendame ist zahm, daher geht Hildegard Lahl davon aus, dass sie einst ein Zuhause hatte und von ihrem Besitzer ausgesetzt wurde. Sie vermutet, dass Cocolores direkt ins Haus am Stimmstamm gebracht und dort allein gelassen wurde.

Die Mitarbeiter der Katzenhilfe gehen davon aus, dass das Kätzchen ohne den Hinweis des Wanderers verhungert wäre. Und sie fragen sich, wer wohl Cocolores dort oben ausgesetzt hat. Das Kätzchen ist schwarz, geboren im Mai 2014 und hat einen winzigen weißen Brustfleck. „Vielleicht weiß jemand, wo ein solches Tier plötzlich fehlt“, hofft Hildegard Lahl auf Hinweise zu den ehemaligen Besitzern des Tieres, die der Polizei gemeldet werden sollten.