Burg auf dem Loermund wieder freigelegt

Sichtigvor..  Wer seit längerem den hinter der Kreuzbergkapelle liegenden Burgbereich auf dem Loermund nicht betreten hat, wird dort eine erfreuliche Entdeckung machen können: Die Boden-Kellergrube des ehemaligen turmähnlichen Hauses ist von den hineingefüllten Stamm- und Astabfällen wieder völlig geräumt.

Allerdings ist jetzt ebenfalls offensichtlich, dass die ab 1903 von Anton Hartmann und dem SGV offengelegten Fundamente und Kellerreste sowie Teile der Umwallung durch Timberjack & Co gründlich abgeschliffen worden und verloren sind. Nur der äußere Wall ist stehengeblieben, jedoch haben ihn wahrscheinlich Forstmaschinen gleich an drei Stellen durchbrochen.

Immerhin lässt sich nun von seinem Rand aus die ungefähre Stelle des mittelalterlichen Gebäudes am Grund identifizieren. Sich einen daraus aufsteigenden Turm vorzustellen, wäre vorher wohl nicht möglich gewesen.

Die Zerstörungen

Die nun sichtbar gewordene Vernichtung von Teilen des Bodendenkmals ist jedoch ärgerlich. Zumal dem Bodendenkmal in 2014 und 2015 noch weitere Schäden durch das Befahren mit schwerem Forstgerät zugefügt worden sind. Forderungen nach Wiederherstellung durch den Eigentümer, wie es das Denkmalschutzgesetz NRW als Möglichkeit vorsieht, beantwortete die Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt Warstein mit dem Bescheid, dass Rekonstruktionen von Bodendenkmälern nicht üblich seien. Auch das Wegräumen der Astabfälle werde vom Eigentümer nicht verlangt, da die Bodendenkmäler darunter doch geschützt lägen.

Die Räumarbeiten

Prof. Dr. Baales von der für Bodendenkmäler zuständigen Oberen Denkmalschutzbehörde in Olpe äußerte sich dahingehend, dass weitergehende Beeinträchtigungen des Schutzzweckes nicht gegeben seien, da die Wallburg nach wie vor vorhanden und „erlebbar“ sei.

Inzwischen scheint jedoch der Waldbesitzer mit dem Freilegen der Turmgrube einen Anfang gemacht zu haben, um die über 100 Jahre zurückliegenden Ausgrabungen wieder sichtbar zu machen. Heimatfreunde wünschen sich, dass auch die übrigen Bereiche der ehemaligen Arnsberger Grenzburg aus der Zeit um 1100 von Abfallholz-Massen befreit würden.

Die Ausgrabung

Noch ein Wort zu den ab 1903 unter Leitung des Rütheners Anton Hartmann archäologisch zu Tage geförderten Funden in der Turmhausgrube: Die Altertumskommission für Westfalen konnte noch in den 1920er Jahren die Stein-Fundamente des turmähnlichen Gebäudes zeichnerisch dokumentieren. Diese wehrturmartigen Gebäude erreichten ihre größte Verbreitung im 11. und 12. Jahrhundert und wurden auch für die Arnsberger Grenzbefestigung auf dem Loermund (um 1100) genutzt.

Die Kellerwände waren seinerzeit noch über einen Meter hoch erhalten. Aus dem Brandschutt konnten die Ausgräber auf ein Fachwerkgebäude mit Schieferdach schließen. Keramikscherben und andere Gegenstände ließen die ferne Geschichte der Ritter von Molenhem aufleben. Für das Kirchspiel und darüber hinaus sollte dieses geschichtsträchtige Gelände hinter der Kapelle, dessen Geschichte weit in die Vergangenheit, vielleicht sogar in die Bronzezeit oder in Steinzeit zurückreicht, unbedingt wieder stärker ins Bewusstsein rücken.

 
 

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