BUND: Zu viel Nitrat im Trinkwasser

Jetzt im Frühling düngen die Bauern ihre Felder mit Gülle.
Jetzt im Frühling düngen die Bauern ihre Felder mit Gülle.
Foto: Rita Maurer
„Verschlechterung“ konstatiert. Vertreter der Landwirtschaft widersprechen. Grenzwert im Bereich Warstein wird nicht überschritten

Warstein..  Die Städte Warstein und Rüthen müssen zusätzliche Anstrengungen erbringen, damit die natürlichen Trinkwasserquellen sicher geschützt sind sowie die heimische Tier- und Pflanzenwelt der Bäche sich erholt. Diese Ansicht vertritt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Es geht um das Grundwasser im Einzugsgebiet des Lörmecke-Wasserwerks, mit dem insgesamt 90 000 Menschen in der Region mit Wasser versorgt werden. Vertreter der Landwirtschaft – es geht vor allem durch die Nitratbelastung des Wassers durch Gülleaufbringung – widersprechen.

Zu viel ausgebracht

„Das Grundwasser im Lörmecke-Einzugsgebiet Warstein/Kallenhardt droht sich bis 2021 zu verschlechtern, sofern keine zusätzlichen Maßnahmen gegen die Nitrat-Verunreinigung erfolgen“,sagt Alfons Knop, Vorsitzender der BUND-Ortsgruppe Lörmecketal und zweiter Vorsitzender der Warsteiner Initiative Trinkwasser. Die Landwirte brächten ihre Gülle zwar nach Recht und Gesetz aus, aber es werde zu viel ausgebracht. Futtermais etwa stehe ein Vierteljahr auf der Fläche, und der Gülleauftrag sei „exorbitant hoch.“ Das habe bereits zu einer Verschlechterung der Wasserwerte geführt.

Knop zufolge kommen Belastungen des Wassers durch wilde Müllkippen hinzu. Der BUND wolle Gewässerproben vor Ort im Bereich des Belecker Waldes und an der Bilsteinhöhle nehmen.

Vertreter der Landwirtschaft widersprachen dieser Darstellung. „Das ist an den Haaren herbeigezogen“, sagte Landwirt Hans-Martin Weber, der in Suttrop einen Grünlandbetrieb mit 80 Milchkühen bewirtschaftet. „Wir haben in Warstein mit 17 Milligramm pro Liter Wasser seit Jahrzéhnten konstante Werte beim Nitrat im Trinkwasser.“ Erlaubt sind 50 Milligramm – ein Wert, den Alfons Knop für zu hoch hält. Weber zufolge hat sich der Viehbestand im Raum Warstein/Rüthen in jüngster Zeit nicht erhöht, was eine erhöhte Ausbringung erklären könnte.

Auch gebe es keine Betriebe in der Region mehr, die Güllefässer aus dem Münsterland beziehen – eine Region, in der es tatsächlich Probleme gebe. Diese Probleme begännen bereits nördlich des Haarstranges, betont Burkhard Schröer, Geschäftsführer des landwirtschaftlichen Kreisverbandes Soest. Südlich davon sei keine Nitratbelastung des Trinkwassers erkennbar. Zudem laufe der Boom beim Maisanbau aus – die Fördermöglichkeiten für Biogasanlagen seien stark eingeschränkt worden.

Sommerbereisung

Nach BUND-Angaben hat die Ortsgruppe Lörmecketal bei ihrer Sommerbereisung gemeinsam mit dem BUND Soest, der Initiative Trinkwasser e.V. und des Wassernetzes NRW Grundwasser und Bäche im Bereich Warstein und Rüthen untersucht, wie es in einer Mitteilung der Organsisation hieß.

Danach ließen sich im Wasser der Steinbrüche Hinweise für zu hohe Nährstoff-Anteile erkennen. Nach einer Bestandsaufnahme des Landes habe sich der ökologische Zustand im Oberlauf der Lörmecke unter anderem durch organische Verunreinigungen und vor allem durch eine Cadmium-Belastung von gut auf mäßig verschlechtert.

 
 

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