Brauerei eng mit Warstein verbunden - Todestag von Albert Cramer

Das monströse Grabmal von Albert Cramer auf dem Warsteiner Friedhof: Die Gestaltung seiner Ruhestätte mit einem Kupferkessel hatte sich der verstorbene Brauerei-Chef schon zu Lebzeiten gewünscht.
Das monströse Grabmal von Albert Cramer auf dem Warsteiner Friedhof: Die Gestaltung seiner Ruhestätte mit einem Kupferkessel hatte sich der verstorbene Brauerei-Chef schon zu Lebzeiten gewünscht.
Foto: Gabi Alz-Wulfert
Am 20. November 2012 verstarb Albert Cramer, Inhaber der Warsteiner Brauerei, im Alter von 69 Jahren. Anlässlich des ein Jahr zurückliegenden Todestages blickt unsere Redaktion zurück: Seit rund 400 Jahren ist die Familie eng mit der Stadt Warstein verwurzelt, was sich bis heute nicht geändert hat.

Warstein.. Ihre Geschichte begleitet die Stadt Warstein seit rund 400 Jahren: Die Familie Cramer. Wir blicken auf diese Familie, die Warstein seit Jahrhunderten prägt. Im 19. und 20. Jahrhundert kam es zu den bisher tiefgreifendsten Veränderungen in der Brauerei-Familie.

1835 taucht zum ersten Mal der heute bestens bekannte Hausname der Cramers auf: In diesem Jahr heiratet Johannes Vitus Cramer Maria Josefa Mähler, die Erbtochter des gut situierten Ackersmann und Bierbrauers Matthias Mähler, der sein Besitz direkt nach der Hochzeit dem Paar überschrieb.

Aber nicht nur ein ansehnlicher geldwerter Besitz, sondern auch der Hausname Plücker, der bis heute Hausname der Cramers geblieben ist brachte Matthias Mähler der Familie Cramer ein. Johann Vitus Cramer gehörte zu den prominentesten Bürgern der Stadt. Er war Kämmerer und Bürgermeister. Er war es auch, der 1803 die heutige Domschänke erbaute. 1804 übertrug er seinen Besitz seinem ältesten Sohn, dem 1774 geborenen Casper.

Brauereineubau von 1895 folgenschwere Entscheidung

Casper heiratete 1804 Philippine Köster aus Suttrop, mit der er bis 1822 acht Kinder bekam. Als sein Enkel Casper Josef Cramer 1904 starb, hatte sein Sohn Albert im Alter von 22 Jahren die folgenschwerste Entscheidung getroffen, die wohl je ein Mitglied der Familie Cramer in ihrer fast 400-jährigen Geschichte getroffen hat. Den Brauereineubau von 1895, den der alte Casper Cramer gebilligt hatte, und für die daraus entstandenen Verbindlichkeiten er mit seinem nicht geringen Vermögen die Bürgschaft übernommen hat. Als der 22-jährige Albert Cramer 1895 von der Brauerschule in Worms mit dem Braumeister- Diplom nach Warstein zurückkehrte, hatte sich ihm in Theorie und Praxis die Welt der modernen Technik erschlossen.

Albert Cramer errichtete jenen Gebäudekomplex, der etwa 40 Jahre als Braustätte genügen sollte und der noch heute ein Kernstück der um ein vielfaches größer gewordenen Brauerei ist. Albert Cramer verhalf das in Kaisersiepen entdeckte Brauwasser von fast einmaliger Qualität Ende der 20er Jahre zu einer Ausgangsbasis für eine bis dahin kaum für möglich gehaltene Entwicklung seines Unternehmens.

Seinen Söhne Paul und Josef übertrug er immer mehr Verantwortung, gab aber das Steuer nicht aus der Hand. 1953 sollte an Albert Cramers 80. Geburtstag das Fest des 200 jährigen Bestehens Cramer’scher Brautradition gefeiert werden. Aber sechs Tage vor Erreichen des 80. Geburtstages verstarb Albert Cramer. Paul Cramer trug seitdem die ganze Last und Bürde der Verwaltung allein. Aus seiner Ehe mit Annemarie Cramer gingen vier Kinder hervor, der Sohn Albert (1943 -2012) und drei Töchter.

Auf Albert Cramer folgt Tochter Catharina als Brauerei-Chefin

Albert Cramer wurde mit 25 Jahren Geschäftsführer der von seinem Vater Paul und dessen Neffe geführten Brauerei. 1985 übernahm Albert Cramer zu 100 Prozent die Unternehmensanteile von seinen Vettern Peter und Claus. Seine Tochter Catharina leitet das Unternehmen nun in der neunten Generation und auch die 10. Generation steht schon in den Startlöchern: Am Abend des 1.Juli 2013 erblickte ein Tag nach dem „Tag der offenen Tür“ anlässlich des 260-jährigen Jubiläums der kleine Cooper Cramer im Warsteiner Krankenhaus das Licht der Welt.

 
 

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