Begehbarer Guckkasten steht an Wegeroute „Steine und Mehr“

Susanne Löbbert
Aufstellen des Aussichts-Containers am Drewer Steinbruch: Vertreter von Stadt, Kreis Soest und Regionale verfolgten das Aufsetzen auf die Fundamente.
Aufstellen des Aussichts-Containers am Drewer Steinbruch: Vertreter von Stadt, Kreis Soest und Regionale verfolgten das Aufsetzen auf die Fundamente.
Foto: WP

Belecke.  An der touristischen Wegeroute des Projekts „Steine und Mehr“ der Regionale Südwestfalen direkt an der Westgrenze des Naturschutzgebiets Drewer Steinbrüche gibt es jetzt eine besondere Attraktion: Einen Rastpunkt mit „begehbarem Guckkasten“. Von dort wird den Besuchern aus einer Höhe von rund 40 Metern ein spektakulärer Blick auf die Wasserfläche und Teile der Felswände des ehemaligen Steinbruchs ermöglicht.

Infotafeln erklären Besonderheiten

Davon konnten sich die Teilnehmer gestern Morgen nach dem Aufstellen des Seecontainers überzeugen. Neben Bürgermeister Manfred Gödde, Ortsvorsteherin Elke Bertling, Josef Wüllner, Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses, Sabine Leitner, Leiterin Technische Dienste, verfolgten auch Vertreter des Kreises und der Regionale-Agentur das Schauspiel: Am Haken eines Schwerlast-Krans schwebte der 2,3 Tonnen schwere Container über den Fundamenten und wurde unter Anweisung von Peter Linnemann punktgenau aufgesetzt. In seiner Lippstädter Firma wurde der holzverkleidete Aussichtspunkt vorbereitet. Bei der ersten Begehung erklärte Linnemann, dass die Türen des „Guckkastens“ immer offen stehen und, da mit einem Spezialschloss gesichert, auch nicht geschlossen werden können. Anhand von Infotafeln werden die Besonderheiten des Ortes erläutert, insbesondere die geologische und hydrologische Situation, die Geschichte des Steinabbaus und die Bedeutung als Naturschutzgebiet.

Die Kosten für den Meinolf Kreggenwinkel, Sachgebiet Städtebau, geplante Aussichtspunkt inklusive Rastplatz belaufen sich auf 36 500 Euro, die das Umweltministerium NRW zu 70 Prozent (25 500 Euro) bezuschusst. Bei der Stadt Warstein verbleibt ein Eigenanteil in Höhe von 11 000 Euro. Von dem Stadtplaner stammt auch die Idee, die Wandöffnung zum Steinbruch als Edelstahlplatte mit Durchbrüchen in Form eines Ammoniten zu gestalten. „Insbesondere in den Morgenstunden, wenn das erste Licht des Tages aus Richtung Osten durch die Öffnungen fällt, werden die Besucher schon vor dem Betreten des Raumes dieses Naturschauspiel als einen magischen Moment erleben“, schwärmt Kreggenwinkel.

Behindertengerechter Zugang

Neben der Informationsvermittlung hofft Stadt, durch den Aussichtspunkt das widerrechtliche Betreten des Schutzgebiets unterbinden zu können. Bislang ließen sich ungebetene Besucher weder durch Aufschütten eines Erdwalls mit dichter Bepflanzung noch durch eine Zaunanlage abschrecken, erklärte Alfred Bathe, Leiter Liegenschaften. Als besonders gravierende Beeinträchtigungen sei das Einrichten eines Geo-Caches in der Steinbruchwand in der Nähe des Uhu-Brutplatzes und das Entsorgen eines Autowracks genannt. Trotz verstärkter Polizeikontrollen wurden die Absperrungen zerstört und illegal Müll entsorgt. „Deshalb müssen wir Stacheldraht auch über den Container ziehen, damit niemand darauf klettert“, erklärt Kreggenwinkel die noch geplanten Vorkehrungen. Zusätzlich soll eine Weißdornhecke angepflanzt werden. Zum Schutz des Uhu-Brutplatzes wurde der Aussichtspunkt als geschlossener Baukörper geplant und nicht bis an die Steinbruchkante gesetzt, damit die Vögel die Besucher nicht als Störung oder Bedrohung wahrnehmen.

Der neue „Guckkasten“ steht ab sofort offen und erhält in Kürze durch Aufschottern bis auf Höhe der Straße noch einen behindertengerechten Zugang. Im Frühjahr wird der Platz mit Sitzbankgruppen nach dem Vorbild der „Sauerland Waldroute“ möbliert.

Ein weiterer Erlebnispunkt ist in Suttrop im Bereich des Abbaubereichs „Baufeld Elisabeth II“ der Firma Devon Kalk geplant.