Auf der Suche nach der eigenen Kreativität

Foto: Tanja Frohne

Warstein.  Vermisst haben die Warsteiner Kunstfreunde die Ausstellungen in der Sparkasse Warstein. Das zeigte sich nicht zuletzt an der großen Resonanz bei der Vernissage mit Werken der Malschule Warstein, konnten sich doch Thomas Raulf und Andreas Pieper von der Sparkasse, sowie Ute Pluntke von der Malschule über ein volles Haus und begeisterte Gäste freuen.

Dass sie sich mit der Malschule vor zehn Jahren einen großen Traum erfüllt habe, betonte Ute Pluntke in ihrer Einführung in die Ausstellung, in der eigene Arbeiten, aber vor allem Bilder ihrer großen und kleinen Malschüler unter dem Motto „Kreative Reise - Magische Momente - Fantasievolle Hingabe“ zu sehen sind. Faszinierende und fantasievolle Bilder, lebensfroh und bunt, sprühend vor Kreativität. Bilder, die so unterschiedlich sind, wie diejenigen, die sie gemalt haben.

Fast seit den Anfängen, seit acht Jahren, sind die beiden 13-jährigen Freddy Ramme und Helene Alz dabei. Als die beiden Schülerinnen in der Malschule anfingen, gab es dort noch kein Atelier. „Die haben noch den Partyraum kennengelernt“, erzählte Ute Pluntke. „Es gab eine Theke und in den Regalen standen Farben.“ Diese Zeiten gehören längst der Vergangenheit an.

Stattdessen können die Malschüler im hellen Atelier in Farben versinken, ihre Vorstellungen in Bildsprache umsetzen und immer wieder magische Momente erleben, wenn neue Techniken ausprobiert wurden. „Eines haben alle gemeinsam: Die Leidenschaft zu malen, zu gestalten und die Freude in der Gemeinschaft.“

Sehnsucht nach Handarbeit

Oft werde vor lauter Reden das Malen vergessen, lachte Ute Pluntke und zitierte einen Psychologen, der festgestellt hatte, dass die Menschen immer mehr Sehnsucht nach einfachen Dingen und Handwerk haben – ein Workshop oder Kinobesuch länger in Erinnerung bleibe als materielle Geschenke. „Ich hatte ein Kind bei einem Ferien-Workshop, das seiner Oma anschließend erzählt hat: ,Ich wusste gar nicht, dass ich so schön malen kann’.“

Wie schön die Ergebnisse der eigenen Kreativität sind, verwundert so manche der Hobbykünstler zu Beginn. Wobei es auch unter diesen echte Naturtalente gibt – so wie Marianna Nomann. Ihre Bleistiftzeichnungen sind so fein gearbeitet, dass sie wie Schwarz-Weiß-Fotografien wirken. Aber auch die übrigen Bilder stießen bei den Ausstellungsbesuchern auf ungeteiltes Lob.

Eine Besucherin hatte schon im Vorfeld der Ausstellung eines der Werke kaufen wollen. „Die Malerin bat mich, es noch hängen zu lassen, sie müsse sich erst noch von ihrem Bild verabschieden“, so Ute Pluntke. Ein schöneres Kompliment gibt es auch für die Mallehrerin nicht.

 
 

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