Auch im Alter fit und mobil

Lippstadt.  Mit dem Alter steigt das Risiko körperlicher Einschränkungen. Doch es gibt Möglichkeiten, dem vorzubeugen. Wie jeder selbst dazu beitragen kann, möglichst lange fit und mobil zu bleiben, erfuhren die etwa 60 Besucher des Benninghauser Tags der Alterskunde, zu dem die Abteilung Gerontopsychiatrie der Lippstädter Klinik des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe zum zweiten Mal eingeladen hatte.

Unterschiedliche Ansätze

Chefärztin Helene Unterfenger hatte mit Dr. Werner Adam, Dr. Ingo G. Meister und Dr. Norbert Schlicht drei Experten auf dem Gebiet der Neurologie bzw. Altersmedizin als Referenten gewonnen, die ganz unterschiedliche Ansätze aufzeigten, um die Mobilität im Alter positiv zu beeinflussen.

Wie auch die Gerontopsychiatrie zur Sturzprävention beiträgt, verdeutlichte Guido Langeneke. „Uns ist es dabei wichtig, das Sturzrisiko in Relation zu setzen zu der Einschränkung der persönlichen Freiheit, etwa durch Fixierungen“, betonte der stellvertretende Pflegedirektor. „Die Freiheit des Einzelnen wird höher bewertet, als das früher der Fall war. So ist die Minderung der Fixierungsrate heute eines unserer Qualitätsziele.“

Wurden Patienten der Abteilung in Lippstadt im Jahr 2001 noch etwa 45 000 Stunden fixiert, lag die Zahl 2013 bei nur noch 300 Stunden. Um die Zahl der Stürze möglichst gering zu halten, wurden Niedrigbetten eingeführt. Mit Sensoren versehene Klingelmatten melden darüber hinaus, wenn ein Patient aus seinem Bett aufstehen möchte.

Gangbild verändert sich

Mit dem Älterwerden ändert sich unser Gangbild: Die Schritte werden kürzer, langsamer, unregelmäßiger. Verschiedene Gangstörungen und ihre Ursachen beleuchtete Dr. Werner Adam, niedergelassener Facharzt für Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie in Lippstadt. So können Erkrankungen wie Diabetes, Krebs oder Parkinson sowie Schlaganfälle oder psychische Störungen für so genannte „senile Gangstörungen“ verantwortlich sein.

Kommen zum veränderten Gangbild Kreislaufstörungen und Osteoporose hinzu, steigt die Gefahr von Stürzen und Knochenbrüchen. Während sich Dr. Ingo Meister, Chefarzt der Neurologie am Evangelischen Krankenhaus Lippstadt, dem Thema „Schwindel und Sturz“ widmete, klärte Dr. Norbert Schlicht, Chefarzt der Geriatrie am Dreifaltigkeitshospital, über die Auslöser von Osteoporose auf.

Einig waren sich die Mediziner über den präventiven Nutzen von Bewegungsübungen zur Kräftigung der Muskulatur. Beispiele stellten Bewegungstherapeutin Elisabeth Oertel und Jürgen Röper vor. Er bietet an der LWL-Klinik Warstein das Programm „Fit für 100“ für hochaltrige Patienten an.